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Mai 6, 2019

Regen

Der Wind zog an mei­ner Klei­dung und der Regen durch­näss­te sie. Doch mir mach­te das nichts aus. Ich lieb­te den Regen – Unwet­ter all­ge­mein. Frü­her, als ich klein war und es reg­ne­te, tanz­te ich immer im Regen.

Der Wind wur­de stär­ker. Ich muss­te mich bemü­hen an Ort und Stel­le ste­hen zu blei­ben. Frü­her war ich mit mei­nen Eltern einen Dra­chen stei­gen las­sen, wenn der Wind so war.

Der Regen leg­te sich wie ein Man­tel um mei­ne Schul­tern. Man konn­te kaum noch rich­tig sehen.

„Wo bleibt er denn?“

Pfüt­zen bil­de­ten sich auf der Stra­ße.

In der Fer­ne waren Auto­schein­wer­fer zu sehen.

„Ist er das? Kommt er jetzt end­lich?”

Das Auto fuhr mit schnel­lem Tem­po an mir vor­bei – fuhr in eine Pfüt­ze. Was­ser spritz­te umher und traf mei­ne, schon durch­näss­te, Klei­dung.

„Was für ein……… Ella, nein. Du woll­test nicht mehr flu­chen!” Tief durch­at­men.

Er kommt bestimmt gleich.

Da! Wie­der Schein­wer­fer in der Fer­ne. Dies­mal gehe ich lie­ber ein Stück von der Fahr­bahn. Das Auto ver­lor an Tem­po, bis es kurz vor mir ste­hen blieb. Das Fens­ter wur­de run­ter­ge­las­sen.

„Na? Brauchst du eine Mit­fahr­ge­le­gen­heit?“ – „Sehr wit­zig!“

Ich öff­ne­te die Tür und stieg ein. Er ließ das Fens­ter wie­der hoch.

„Hat dich der Regen erwischt?“ – „Nein. Über­haupt nicht. Da war ein Rasen­spren­ger und ich konn­te nicht wider­ste­hen drun­ter durch­zu­lau­fen. Man Tobi...“ – „Ich lie­be dich auch Schwes­ter­herz.“

Wäh­rend der Fahrt wur­de der Regen weni­ger und der Wind immer schwä­cher. Mein Blick war nach drau­ßen gerich­tet. Ich hing mei­nen Gedan­ken nach. Ich lächel­te.

„Bis dann, alter Freund.”

 

Pia-Marie Kret­sch­mer

 

Bild: Pixabay.com.

 

Der Bei­trag ist anläss­lich des 90. Geburts­ta­ges der Fors­ter „Jahn­schu­le“ im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.