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Mai 9, 2019

3 Fragen an ... den Landeswahlleiter des Landes Brandenburg

In die­sem Jahr fin­den zahl­rei­che Wah­len in Bran­den­burg statt: Am 26. Mai wer­den Kreis­ta­ge, Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lun­gen, Gemein­de­ver­tre­tun­gen, Orts­bei­rä­te und das Euro­päi­sche Par­la­ment gewählt. Und am 1. Sep­tem­ber fin­det die Land­tags­wahl statt. Die­se Wah­len betref­fen auch uns, also Kin­der und Jugend­li­che – egal, ob wir bereits 16 sind und damit mit­wäh­len dür­fen oder ob wir noch zu jung sind zum Wäh­len. Wir haben für euch Bru­no Küp­per, den Lan­des­wahl­lei­ter des Lan­des Bran­den­burg, zum The­ma befragt.

1.) War­um sind Wah­len wich­tig?

Wenn jeder Schü­ler selbst ent­schei­den dürf­te, wann er sei­ne Feri­en nimmt, es also kei­ne für alle ver­bind­li­che Feri­en­re­ge­lung gäbe, wäre z. B. ein mög­lichst gleich­mä­ßi­ger Lern­fort­schritt für alle Schü­ler kaum mög­lich.

Grup­pen von Men­schen, etwa in Schu­len, Betrie­ben oder Sport­ver­ei­nen brau­chen aus unter­schied­lichs­ten Grün­den fes­te Regeln, die ihr erfolg­rei­ches Zusam­men­le­ben und Zusam­men­wir­ken erst ermög­li­chen.

In recht klei­nen Grup­pen, z. B. bei 5 Freun­den auf Feri­en­rei­se, soll­te man sich inso­fern rasch und unkom­pli­ziert eini­gen kön­nen (und jeder weiß, wie schwer dies bereits sein kann). Bei grö­ße­ren Grup­pen ist dies auf eine sol­che Wei­se schon rein prak­tisch unmög­lich; und wie soll­te dies gar für die 2,5 Mil­lio­nen Bür­ger des Bun­des­lan­des Bran­den­burg oder die 82 Mil­lio­nen Bür­ger Deutsch­lands orga­ni­siert wer­den kön­nen? Dann stellt sich näm­lich eben­falls die wich­ti­ge Fra­ge: Wer darf sol­che Regeln über­haupt auf­stel­len und war­um gera­de der­je­ni­ge?

Hier­auf hat es im Lau­fe der Mensch­heits­ge­schich­te vie­le ganz ver­schie­de­ne Ant­wor­ten gege­ben. Die Bür­ger Deutsch­lands hal­ten das Sys­tem einer soge­nann­ten par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie für die best­mög­li­che Ant­wort. Für unse­ren Staat gilt als „obers­te Regel“ das „Grund­ge­setz für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land“. Ihm sind alle ande­ren Regeln (unse­re Geset­ze) nach­ge­ord­net.

2.) Wel­che Funk­tio­nen haben Wah­len?

Arti­kel 20 des Grund­ge­set­zes legt fest: „Alle Staats­ge­walt geht vom Vol­ke aus. Sie wird vom Vol­ke in Wah­len und Abstim­mun­gen und durch beson­de­re Orga­ne der Gesetz­ge­bung, der voll­zie­hen­den Gewalt und der Recht­spre­chung aus­ge­übt“.

Damit steht fest: Die Macht, Regeln auf­zu­stel­len und ihre Befol­gung zu gewähr­leis­ten, liegt beim Volk. Die­ses übt sei­ne Macht (Gewalt) dadurch aus, dass es die Abge­ord­ne­ten des Par­la­men­tes (beson­de­re Orga­ne der Gesetz­ge­bung) wählt und sie sozu­sa­gen für eine bestimm­te Zeit beauf­tragt, Regeln für unse­re Gesell­schaft auf­zu­stel­len, näm­lich Geset­ze zu beschlie­ßen.

Könn­te man sol­che Regeln nicht direkt durch das Volk beschlie­ßen las­sen? Das wäre schon prak­tisch unmög­lich. Nur für sei­ne Sit­zun­gen am 9./10. Mai 2019 hat das Par­la­ment für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, der Deut­sche Bun­des­tag, bis­her 25 Tages­ord­nungs­punk­te zu bear­bei­ten. Vom Fahr­leh­rer­ge­setz über die Ent­las­tung bei Sozi­al­ab­ga­ben bis zum EU-Haus­halt oder die Rech­te von Mäd­chen auf Gesund­heit und Bil­dung in Kri­sen­ge­bie­ten ste­hen bei­spiel­haft äußerst unter­schied­li­che The­men auf dem Plan. Der Bun­des­tag hat aber in die­sem Jahr sogar 21 Sit­zungs­wo­chen ange­setzt, so dass sich eine Fül­le und Viel­falt ergibt, die sach­ge­recht durch die Bür­ger unmit­tel­bar nicht zu bewäl­ti­gen wäre; und es gäbe noch zahl­rei­che wei­te­re Nach­tei­le eines sol­chen Sys­tems.

Der vor­ste­hend beschrie­be­ne Weg ins par­la­men­ta­ri­sche Sys­tem gilt sinn­ge­mäß auch für die Aus­übung des Volks­wil­lens auf Ebe­ne der Euro­päi­schen Uni­on (Wahl zum Euro­päi­schen Par­la­ment am 26. Mai 2019), für die Bran­den­bur­ger Kom­mu­nal­wah­len am 26. Mai 2019 sowie die Wah­len zum Land­tag Bran­den­burg am 1. Sep­tem­ber 2019.

Es wer­den aber nicht nur Abge­ord­ne­te für Par­la­men­te gewählt, es gibt auch Wah­len, bei denen aus­schließ­lich Per­so­nen für Ein­zel­funk­tio­nen antre­ten, z. B. bei Bür­ger­meis­ter­wah­len.

3.) Wie wer­den die Stim­men der Wähler/innen aus­ge­wer­tet?

In Deutsch­land fin­den Wah­len stets an einem Sonn­tag von 8 bis 18 Uhr statt. Im Land Bran­den­burg ist unse­re Wahl­or­ga­ni­sa­ti­on (auch für die Bun­des­tags­wah­len und die zum Euro­päi­schen Par­la­ment) für die Durch­füh­rung des gesam­ten Wahl­pro­zes­ses und die Ver­ant­wor­tung der Ergeb­nis­se zustän­dig. In ca. 3.800 Stimm­be­zir­ken (einschl. Brief­wahl­be­zir­ken) wer­den ca. 28.000 ehren­amt­li­che Per­so­nen in den Wahl­vor­stän­den tätig. Die Ergeb­nis­se wer­den von der Gemein­de­ebe­ne aus elek­tro­nisch bis zum Amt für Sta­tis­tik Ber­lin-Bran­den­burg über­mit­telt, so dass ein vor­läu­fi­ges Ergeb­nis am Wahl­abend fest­steht. Gleich­zei­tig wer­den die Zah­len auch „auf Papier“ erfasst und in der Fol­ge­wo­che den ört­li­chen Wahl­aus­schüs­sen zur Fest­stel­lung des end­gül­ti­gen Ergeb­nis­ses vor­ge­legt. Das Lan­des­er­geb­nis kann sodann durch den Lan­des­wahl­aus­schuss fest­ge­stellt wer­den. Bei bun­des­wei­ten Wah­len erhält der Bun­des­wahl­lei­ter das vor­läu­fi­ge und das end­gül­ti­ge Ergeb­nis.

Aus die­sen Wahl­er­geb­nis­sen ergibt sich, wel­che Par­tei (wie­der) ins Par­la­ment ein­zieht (Fünf-Pro­zent-Hür­de bei Land­tags- und Bun­des­tags­wah­len) und wie viel Sit­ze auf eine Par­tei ent­fal­len. Letzt­end­lich wird dadurch bestimmt, wer die poli­ti­sche Mehr­heit erhält und die künf­ti­ge Regie­rung stellt und damit die Auf­ga­ben­schwer­punk­te in den kom­men­den Jah­ren bis zur nächs­ten Wahl bestimmt.

 

Bild: Pixabay.com.

Die Nacht

Vögel Zwit­schern In Der Mit­tags­son­ne,
Mei­ne Haut Pri­ckelt Durch Die Son­nen­strah­len,
Musik Von Mozart Dringt Aus Mei­nem Han­dy,
Mei­ne Augen­li­der Fal­len Zu,
Den Tag Zur Nacht Machen.

Die Nacht Bricht An,
Mei­ne Augen Zucken,
Lang­sam Hebt Und Senkt Sich Mein Brust­korb,
Mein Kör­per Fühlt Sich Fit,
Die Nacht Zum Tag Machen.

Durch Die Lee­ren Stra­ßen Führt Mich Mein Kör­per,
Ver­lan­gen Nach Mond­schein Kommt In Mir Hoch,
Die Wöl­fe Heu­len In Die Tief­schwar­ze Nacht Hin­ein,
Mei­ne Füße Tra­gen Mich Durch Die Gan­ze Stadt,
Die Nacht Zur Nacht Machen.

Immer Wie­der Höre Ich Geräu­sche Hin­ter Mir,
Mei­ne Bei­ne Sind Zu Schlapp Um Schnell Zu Gehen,
Drei Rie­si­ge Tie­re Erschei­nen In Mei­nem Blick­feld,
Das Eine Ele­gan­ter Als Das Ande­re,
Mein Neu­es Leben Beginnt.

 

Jes­si­ca Lat­ze

 

Bild: Pixabay.com.

 

Der Bei­trag ist anläss­lich des 90. Geburts­ta­ges der Fors­ter „Jahn­schu­le“ im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.