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August 16, 2019

Robert Richter (Bündnis 90/Die Grünen) - Twitter-Interview zur Landtagswahl 2019

Robert Rich­ter / Foto: © Bünd­nis 90/Die Grü­nen

Am 1. Sep­tem­ber wäh­len die Bran­den­bur­ge­rin­nen und Bran­den­bur­ger die Abge­ord­ne­ten für das Lan­des­par­la­ment. Auch Jugend­li­che ab 16 Jah­re sind wahl­be­rech­tigt. Für die Par­tei Bünd­nis 90/Die Grü­nen tritt Robert Rich­ter an; auch er hat sich unse­rem Twit­ter-Inter­view gestellt.

1) Was zeich­net Sie als Poli­ti­ker aus?
Ich bin Rea­list und arbei­te kon­struk­tiv. Den­ke gemein­schaft­lich und set­ze mich für gerech­te, nach­hal­ti­ge und sozi­al­ver­träg­li­che Lösun­gen von Pro­ble­men ein. Ich suche den direk­ten Kon­takt und möch­te den Men­schen auf Augen­hö­he begeg­nen.

2) Wenn jemand Sie fragt, was das Land Bran­den­burg beson­ders macht, was ant­wor­ten Sie?
Die wei­ten Wie­sen und Fel­der, Wäl­der und der Zugang zur Natur liegt hier vor der Haus­tür. Die Mög­lich­keit in die gro­ße Stadt zu fah­ren, um dann dem Tru­bel wie­der zu ent­kom­men und am See den Som­mer zu genie­ßen. Das ist Bran­den­burg.

3) Wenn Sie gewählt wer­den, was ist Ihr wich­tigs­tes Ziel?
Den Zugang zur Poli­tik ver­ein­fa­chen. Das Ver­trau­en in unse­re Demo­kra­tie wie­der auf­bau­en. Men­schen f. ein Enga­ge­ment in ihren Städ­ten u. Gemein­den begeis­tern, sodass ein gesell­schaft­li­cher Zusam­men­halt zu einer spür­bar bes­se­ren Lebens­qua­li­tät führt, bei der die Gemein­schaft zählt.

4) Wie möch­ten Sie die Frei­zeit­an­ge­bo­te für Kin­der und Jugend­li­che im Land­kreis Spree-Nei­ße ver­bes­sern?
Lang­fris­tig sol­len Schüler*innen, Aus­zu­bil­den­de und Stu­die­ren­de den ÖPNV kos­ten­los nut­zen kön­nen. Wir wol­len Clubs in länd­li­chen wie urba­nen Räu­men erhal­ten und das Kul­tur­ange­bot auf­wer­ten. ÖPNV auch in der Nacht im gesam­ten Land­kreis.

5) Wel­che Maß­nah­men wol­len Sie gegen die Dro­gen­kri­mi­na­li­tät in Bran­den­burg ergrei­fen?
Die Dro­gen­po­li­tik braucht eine Reform. Wir set­zen auf Prä­ven­ti­on und Ent­kri­mi­na­li­sie­rung. Die Regu­lie­rung von Dro­gen soll sich an den tat­säch­li­chen Risi­ken ori­en­tie­ren. Des­halb wol­len wir Can­na­bis­ver­trieb & -kon­sum aus dem rechts­frei­en Raum in die staat­li­che Kon­trol­le holen.

6) Wie möch­ten Sie die Digi­ta­li­sie­rung in Bran­den­burg vor­an­trei­ben?
Breit­band- und Mobil­funk­ver­sor­gung zählt für uns zur Daseins­vor­sor­ge. Der Bund und das Land müs­sen für den Anschluss auch länd­li­cher - für die Wirt­schaft unren­ta­bler - Regio­nen sor­gen.

7) Wie möch­ten Sie die Schu­len in Bran­den­burg unter­stüt­zen?
Wir machen Druck für eine bes­se­re Aus­stat­tung: finan­zi­ell und tech­nisch. Wir wol­len Chan­cen­un­gleich­heit bekämp­fen und mit Hil­fe der „Bil­dungs­kar­te“ den Zugang zu Nach­hil­fe­an­ge­bo­ten für finan­zi­ell benach­tei­lig­te Jugend­li­che unbü­ro­kra­tisch ermög­li­chen.

8) Was ist die wich­tigs­te Auf­ga­be beim The­ma Zuwan­de­rung?
Die Behörd­li­chen Pro­zes­se müs­sen beschleu­nigt wer­den. Mehr qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal in den Aus­län­der­be­hör­den, damit jah­re­lan­ge War­te­zei­ten in Auf­nah­me­zen­tren redu­ziert wer­den. Es muss end­lich eine gerech­te, euro­päi­sche Ver­tei­lung auf die Mit­glied­staa­ten erfol­gen.

9) Was möch­ten Sie gegen Aus­län­der­feind­lich­keit und Ras­sis­mus in Bran­den­burg unter­neh­men?
Die Auf­klä­rung über den Natio­nal­so­zia­lis­mus muss viel eher in der Schu­le behan­delt wer­den. Besu­che in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern soll­ten in jeder Schu­le ein Pflicht­pro­gramm sein, gegen das Ver­ges­sen. Oft ist eine man­gel­haf­te Bil­dung der Grund für unbe­rech­tig­te Vor­ur­tei­le.

10) Wie möch­ten Sie den Land­kreis Spree-Nei­ße als Wirt­schafts­stand­ort stär­ken?
Durch Ansied­lung neu­er Indus­trie­zwei­ge, die durch staat­li­che För­de­run­gen begüns­tigt wer­den. Klei­ne Unter­neh­men im Rah­men der Aus­bil­dung von Per­so­nal finan­zi­ell unter­stüt­zen. Durch den Aus­bau der Infra­struk­tur im Bereich des öffent­li­chen Nah- und Fern­ver­kehrs.

11) Soll der Land­kreis Spree-Nei­ße auf erneu­er­ba­re oder fos­si­le Ener­gie set­zen? Begrün­den Sie bit­te Ihre Ant­wort.
Die För­de­rung fos­si­ler Ener­gie­trä­ger brin­gen eine gro­ße Umwelt­zer­stö­rung mit sich und sind in ihren Vor­kom­men begrenzt. Dar­um muss in Zukunft der Anteil erneu­er­ba­rer Ener­gie­for­men wei­ter aus­ge­baut wer­den und durch den Staat sub­ven­tio­niert wer­den. So schaf­fen wir die Ener­gie­wen­de.

 

Wir haben die Direkt­kan­di­die­ren­den im Vor­feld der Land­tags­wahl gebe­ten, sich euch etwas näher vor­zu­stel­len. Dies geschieht in Form eines „Twit­ter-Inter­views“. Sie haben von uns alle die­sel­ben 11 Fra­gen erhal­ten. Ihre Ant­wor­ten durf­ten – wie beim Mikro­blog­ging-Dienst „Twit­ter“ – eine maxi­ma­le Zei­chen­zahl von 280 (inkl. Leer­zei­chen) nicht über­schrei­ten. Die Ver­öf­fent­li­chung erfolgt alpha­be­tisch nach Nach­na­men sor­tiert. Die Ant­wor­ten spie­geln aus­schließ­lich die per­sön­li­che Mei­nung der Verfasserin/des Ver­fas­sers wider.