Brauchen wir Feminismus? - Teil I

Femi­nis­mus ist wohl eine der am meis­ten miss­ver­stan­de­nen Bewe­gun­gen über­haupt. Kein Wun­der, in den Medi­en sieht man ja auch immer nur Femi­nis­tin­nen, die sich die Klei­der vom Leib rei­ßen um für eine Bes­ser­stel­lung der Frau zu pro­tes­tie­ren. Denn „Femi­nis­mus“ kommt ja von „femi­nin“, es geht also nur um Frau­en. Oder?

In die­sem und den fol­gen­den Arti­keln in der Rubrik „Sexismus/Feminismus“ wer­den wir uns mit die­ser Fra­ge mal genau­er aus­ein­an­der­set­zen. War­um meh­re­re Tei­le? Ganz ein­fach: Weil die Pro­ble­ma­tik so kom­plex ist, wür­de ich das alles in einen Arti­kel packen, wür­de es kei­ner lesen, weil es meh­re­re Sei­ten lang wäre.

Im heu­ti­gen Arti­kel wird es erst ein­mal nur um Femi­nis­mus an sich und sei­ne Anfän­ge gehen (mal ganz neben­bei, ist es nicht para­dox, dass der Arti­kel zu Femi­nis­mus „der“ ist?). Viel Spaß!

Wahr­schein­lich soll­ten wir zuerst mal klä­ren, was die­ses „Femi­nis­mus“ über­haupt ist.

Das „DUDEN Schü­ler­le­xi­kon“ sagt dazu: „Bezeich­nung für die Frau­en­be­we­gung, beson­ders seit Ende der 1960er-Jah­re, und die von ihr ver­tre­te­ne Theo­rie. Ziel des Femi­nis­mus ist die Abschaf­fung des Patri­ar­chats [Sozi­al­struk­tur, in der der Vater oder Ältes­te in der Ver­wand­ten­grup­pe die Vor­herr­schaft inne­hat; im wei­tes­ten Sinn die Vor­rang­stel­lung des Man­nes in Gesell­schaft, Poli­tik, Wirt­schaft, Kul­tur, Kir­che] und des Sexis­mus […].“

Und unser aller Lieb­lings­quel­le, Wiki­pe­dia schreibt: „Femi­nis­mus bezeich­net sowohl eine aka­de­mi­sche als auch eine poli­ti­sche Bewe­gung, die für Gleich­be­rech­ti­gung, Men­schen­wür­de, die Selbst­be­stim­mung von Frau­en sowie gegen Sexis­mus ein­tritt.“

Dass das Wort Femi­nis­mus rein namens­tech­nisch nur Frau­en ein­schließt, ist natür­lich nicht abzu­strei­ten. Aller­dings kommt das wohl mehr oder weni­ger vom his­to­ri­schen Aspekt, denn zu Anfangs­zei­ten des Femi­nis­mus waren es eben nur die Frau­en, die „Hil­fe“ brauch­ten. Ende des 18. Jahr­hun­derts und Anfang des 19. Jahr­hun­derts hat­ten Frau­en näm­lich nur ein­ge­schränk­te Grund­rech­te. Sie durf­ten zum Bei­spiel kei­nen eige­nen Wohn­sitz haben, son­dern muss­ten mit einem Mann zusam­men­woh­nen. Sie durf­ten auch nicht ent­schei­den, ob sie sich schei­den las­sen wol­len, denn das Ent­schei­dungs­recht in allen Ehe­fra­gen hat­te der Mann. Selbst, wenn Frau­en einen Beruf ergrei­fen woll­ten, brauch­ten sie das Ein­ver­ständ­nis ihres Ehe­man­nes. Und an ein Frau­en­wahl­recht war damals natür­lich erst recht nicht zu den­ken.

Mit­te des 19. Jahr­hun­derts fin­gen die Frau­en der gan­zen Welt dann erst­mals an, sich gegen die­se Unter­drü­ckung zu weh­ren.

Und was sie seit dem alles erreicht haben, das sehen wir uns nächs­tes Mal an.

 

Quel­len:

Redak­ti­on Schu­le und Ler­nen (2013): Schü­ler­le­xi­kon Schul­wis­sen kom­pakt von A bis Z. Ber­lin, Mann­heim, Zürich. Duden.

Zeit­klicks (2016): Das Bür­ger­li­che Gesetz­buch 1900 und die Rech­te der Frau­en.

Wiki­pe­dia (2016): Femi­nis­mus: Anfän­ge.

 

PK


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