Brauchen wir Feminismus? – Teil II

Im letz­ten Teil von „Brau­chen wir Femi­nis­mus?“ haben wir her­aus­ge­fun­den, was die­ses „Femi­nis­mus“ über­haupt ist und woher es kommt. Also falls ihr die­sen Teil noch nicht kennt, lest ihn jetzt noch schnell!

Vie­le Leu­te sagen immer „Die Femi­nis­ten haben doch schon alles, was wol­len sie denn noch?“. Aber was genau haben die Femi­nis­tin­nen und Femi­nis­ten denn wirk­lich schon erreicht? Hier mal eine gro­ße Zusam­men­fas­sung.

Ange­fan­gen hat alles damit, dass Jose­phi­ne But­ler 1869 in Groß­bri­tan­ni­en (spä­ter wei­te­te es sich auch auf ande­re Län­der aus) die „Geset­ze zur Bekämp­fung anste­cken­der Krank­hei­ten“ bekämpf­te. War­um? Weil im Zuge die­ses Geset­zes Pro­sti­tu­ier­te staat­lich über­wacht wur­den, ihre Kun­den aller­dings nicht. Denn wie wir alle wis­sen, sind Pro­sti­tu­ier­te – und nur Pro­sti­tu­ier­te – wah­re Geschlechts­krank­heits-Schleu­dern. Nicht. 1883 wur­de die­ses Gesetz dann auf­ge­ho­ben.

1901 for­der­te Cla­ra Zet­kin für Frau­en „kei­ne Son­der­rech­te – son­dern Men­schen­rech­te“; ein groß­ar­ti­ger Slo­gan, wie ich fin­de. Im sel­ben Jahr konn­ten sich Frau­en zum ers­ten Mal an Hoch­schu­len ein­schrie­ben. Kurz danach for­der­ten Frau­en in Deutsch­land, der Schweiz, Däne­mark und Öster­reich erst­mals das Wahl­recht, Unab­hän­gig­keit von den Män­nern und Gleich­heit.
1918 war das akti­ve und pas­si­ve (!) Frau­en­wahl­recht in eini­gen Län­dern Rea­li­tät und Frau­en waren auf dem bes­ten Weg, jeden Beruf ergrei­fen zu kön­nen, den sie woll­ten. Na Mensch, bes­ser kann es doch gar nicht mehr wer­den, oder Mädels? 1913 waren „sogar schon“ 4,3% aller Stu­die­ren­den weib­lich!
Doch auch die­ser Traum war schnell aus­ge­träumt, denn 1933 wur­den alle Frau­en von den Natio­nal­so­zia­lis­ten von der Hoch­schul­ar­beit aus­ge­schlos­sen und ihnen wur­den erneut eini­ge Beru­fe ver­bo­ten. Bei­na­he alles bis dahin von Femi­nis­ten erreich­te wur­de im Natio­nal­so­zia­lis­mus zer­schla­gen, sodass nach dem zwei­ten Welt­krieg die kon­ser­va­ti­ven Geschlech­ter­rol­len wie­der­her­ge­stellt waren.

Doch dann, 1949 der gro­ße und ulti­ma­ti­ve Durch­bruch! Das deut­sche Grund­ge­setz wird ein­ge­führt. Und das besagt in Arti­kel 2, Absatz 2, Satz 1: „Män­ner und Frau­en sind gleich­be­rech­tigt.“
Na Hal­lel­uh­jah, da haben wir es doch! Was wol­len die­se gan­zen Femi­nis­ten also noch hier?
Vie­les. Vie­les ist noch zu ändern. Was und war­um, dar­über wer­de ich mich im nächs­ten Teil aus­las­sen.

Quel­len:
https://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus
https://de.wikipedia.org/wiki/Josephine_Butler

 

PK


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