Cornelia Janisch (Die Linke) - Twitter-Interview zur Stadtverordnetenwahl 2019

Cor­ne­lia Janisch © Die Lin­ke

Am 26. Mai wäh­len die Forste­rin­nen und Fors­ter die neu­en Mit­glie­der der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung. Auch Jugend­li­che ab 16 Jah­re sind wahl­be­rech­tigt. Heu­te steht uns Cor­ne­lia Janisch, Spit­zen­kan­di­da­tin von der Par­tei Die Lin­ke, Rede und Ant­wort.

1) Wenn jemand Sie in wei­ter ent­fern­ten Regio­nen fragt, was Forst beson­ders macht, was ant­wor­ten Sie?
Forst liegt an der Nei­ße, einem Grenz­fluss, man kann noch die ehe­ma­li­gen Brü­cken­bau­wer­ke sehen; eine schö­ne Fluss­land­schaft; ein seit hun­dert Jah­ren bestehen­der Rosen­gar­ten, fried­lie­ben­de Men­schen und eine Stadt sicht­bar geprägt durch die Geschich­te!

2) Wenn Sie gewählt wer­den, was ist Ihr wich­tigs­tes Ziel?
Schaf­fung eines Zen­trums und Bele­bung der Innen­stadt mit vie­len Mög­lich­kei­ten von Treff­punk­ten für die Men­schen – wie ein Bür­ger­haus, einen ein­la­den­den Markt und vie­len Bän­ken und die Errich­tung eines abge­grenz­ten Hun­de­plat­zes in Zen­trums­nä­he

3) Wie möch­ten Sie die Frei­zeit­an­ge­bo­te für Kin­der und Jugend­li­che ver­bes­sern?
Umge­stal­tung des Are­als am Was­ser­turm zu einem Treff­punkt, den Kin­der und Jugend­li­che täg­lich und ganz­jäh­rig nut­zen kön­nen, in Tei­len in eigen­ver­ant­wort­li­cher Nut­zung

4) Wel­che Maß­nah­men wol­len Sie gegen die Dro­gen­kri­mi­na­li­tät in Forst ergrei­fen?
Auf­klä­rung der Kin­der und Jugend­li­chen über Dro­gen, ihre Wir­kung und deren Fol­ge­er­schei­nun­gen, wie Gefähr­dung Gesund­heit und der damit ver­bun­de­nen Dro­gen­kri­mi­na­li­tät

5) Wie möch­ten Sie die Digi­ta­li­sie­rung in Forst vor­an­trei­ben?
Wir Lin­ke wol­len, dass die Net­ze kom­mu­na­les Eigen­tum wer­den, damit allen Forstern die glei­che Leis­tung zur Ver­fü­gung gestellt wer­den kann. Die Rekom­mu­na­li­sie­rung ist ein lan­ger Weg, braucht Geld und den poli­ti­schen Wil­len. Wir wol­len das nicht dem Markt über­las­sen.

6) Wie möch­ten Sie die Schu­len in Forst unter­stüt­zen?
Die Stadt ist Trä­ger der Grund- und Ober­schu­le. Die­se Schu­len wol­len wir erhal­ten und wei­ter­ent­wi­ckeln durch Ein­stel­lung von aus­rei­chen­den Finanz­mit­teln in den Haus­halt, das gilt auch für Kitas und Hor­te.

7) Was ist die wich­tigs­te Auf­ga­be beim The­ma Zuwan­de­rung?
Inte­gra­ti­on! Das braucht eine gute Will­kom­mens­kul­tur in der Stadt. Forst muss tole­rant blei­ben! Schaf­fung von Begeg­nungs­mög­lich­kei­ten der Men­schen, Ein­be­zie­hung ins tägliche/städtische Leben, in Ver­ei­ne und Ver­bän­de.

8) Was möch­ten Sie gegen Aus­län­der­feind­lich­keit und Ras­sis­mus in Forst unter­neh­men?
Rechts­ex­tre­mis­mus und Frem­den­feind­lich­keit sind Angrif­fe auf die Demo­kra­tie und wer­den nicht zuge­las­sen. Wir sind Grenz­stadt, gehö­ren zum sor­bi­schen Sied­lungs­ge­biet, das braucht Welt­of­fen­heit und Schutz von Min­der­hei­ten. Schaf­fung von Begeg­nungs­mög­lich­kei­ten für alle ist wich­tig

9) Wie möch­ten Sie den Wirt­schafts­stand­ort Forst stär­ken?
Der jetzt ver­ein­bar­te Struk­tur­wan­del in der Lau­sitz ist eine Chan­ce. Das braucht eine enge Zusam­men­ar­beit mit der Wirt­schafts­för­der­ge­sell­schaft des Land­krei­ses, eine bes­se­re Koope­ra­ti­on mit GUB, SPB und CB. Als Ein­zel­stand­ort wird es für Forst schwer, wir müs­sen regio­na­ler den­ken.

10) Was möch­ten Sie gegen den Woh­nungs­leer­stand unter­neh­men?
Wir brau­chen eine star­ke Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft mit Ide­en zur Auf­wer­tung der Woh­nun­gen, gera­de für älte­re Men­schen. Kein voll­stän­di­ger Abriss, bar­rie­re­freie Umgestaltung/Fahrstühle. In ande­ren Städ­ten gibt es gute Bei­spie­le.

11) Soll die Stadt auf erneu­er­ba­re oder fos­si­le Ener­gie set­zen? Begrün­den Sie bit­te Ihre Ant­wort.
Mit dem Koh­le­kom­pro­miss ist der Koh­le­aus­stieg vor­ge­ge­ben. Mit­tel- und lang­fris­tig ist der Ein­satz von Ener­gie aus erneu­er­ba­ren Quel­len der rich­ti­ge Weg, dabei sind Arbeits­plät­ze ein wich­ti­ger Aspekt, Berück­sich­ti­gung von Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen Ener­gie­wirt­schaft-Umwelt-Men­schen.

12) Wie möch­ten Sie die Ver­bin­dun­gen des Per­so­nen­nah­ver­kehrs in Forst, ins­be­son­de­re die Bus­ver­bin­dun­gen, ver­bes­sern?
Der Land­kreis ist Trä­ger des ÖPNV. Wich­tig ist die Ermitt­lung der Bedar­fe durch Ana­ly­sen und Befra­gun­gen in der Stadt. In Zusam­men­ar­beit mit dem Land­kreis kann dann der Nah­ver­kehrs­plan ange­passt wer­den. Wir müs­sen mehr auf fle­xi­ble Lösun­gen set­zen.

 

Wir haben die Spit­zen­kan­di­da­tin und -kan­di­da­ten im Vor­feld der Wahl gebe­ten, sich euch etwas näher vor­zu­stel­len. Dies geschieht in Form eines „Twit­ter-Inter­views“. Sie haben von uns alle die­sel­ben 12 Fra­gen erhal­ten. Ihre Ant­wor­ten durf­ten – wie beim Mikro­blog­ging-Dienst „Twit­ter“ – eine maxi­ma­le Zei­chen­zahl von 280 (inkl. Leer­zei­chen) nicht über­schrei­ten. Die Ver­öf­fent­li­chung erfolgt alpha­be­tisch nach Nach­na­men sor­tiert.