Helge Bayer (CDU) - Twitter-Interview zur Stadtverordnetenwahl 2019

Am 26. Mai wäh­len die Forste­rin­nen und Fors­ter die neu­en Mit­glie­der der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung. Auch Jugend­li­che ab 16 Jah­re sind wahl­be­rech­tigt. Bereits in der letz­ten Woche hat uns Bru­no Küp­per, Lan­des­wahl­lei­ter des Lan­des Bran­den­burg, erklärt, war­um Wah­len wich­tig sind, wel­che Funk­ti­on sie haben und wie die Stim­men aus­ge­wer­ten wer­den. Für die Kom­mu­nal­wahl wur­den zehn Wahl­vor­schlä­ge von Par­tei­en, Wäh­ler­ge­mein­schaf­ten und Ein­zel­be­wer­bern zuge­las­sen. Wir möch­ten euch in den kom­men­den Tagen die Spit­zen­kan­di­da­tin und -kan­di­da­ten etwas näher vor­stel­len. Die Ver­öf­fent­li­chung erfolgt alpha­be­tisch nach Nach­na­men sor­tiert. Den Anfang macht Hel­ge Bay­er, Vor­sit­zen­der des CDU-Stadt­ver­ban­des Forst (Lau­sitz) und im letz­ten Jahr Kan­di­dat zur Fors­ter Bürgermeister/inwahl.

Hin­weis: Nicht Hel­ge Bay­er, son­dern Dr. Jens-Hol­ger Wuß­mann ist Spit­zen­kan­di­dat der CDU (Lis­ten­platz 1). Herr Bay­er (Lis­ten­platz 2) hat uns wohl stell­ver­tre­tend für ihn, unse­re Fra­gen beant­wor­tet.

1) Wenn jemand Sie in wei­ter ent­fern­ten Regio­nen fragt, was Forst beson­ders macht, was ant­wor­ten Sie?
Öst­lichs­te Stadt in Bran­den­burg, dank Klein Bade­meu­sel! Sie liegt fast am 15. Län­gen­grad, ist ca. eine Son­nen­stun­de vom 0. ent­fernt. Irgend­wie also im Zen­trum von Euro­pa. Super Stadt auf dem Lan­de. Die Fahr­rad­fah­rer­stadt, die mit bes­se­ren Rad­we­gen punk­ten könn­te.

2) Wenn Sie gewählt wer­den, was ist Ihr wich­tigs­tes Ziel?
Den beschlos­se­nen Koh­le­aus­stieg als Chan­ce sehen. Eigens dafür bereit­ge­stell­te För­der­mit­tel für unse­re Zukunft nut­zen. Stra­te­gie: Aus Indus­trie­rui­nen wert­vol­le Stadt­ent­wick­lungs­flä­chen machen; Forst als inter­na­tio­na­les Logis­tik-Zen­trum defi­nie­ren und die Nähe zur Gren­ze nut­zen.

3) Wie möch­ten Sie die Frei­zeit­an­ge­bo­te für Kin­der und Jugend­li­che ver­bes­sern?
Bestehen­de Sport­stät­ten sanie­ren, Ver­eins­ar­beit wür­di­gen und ent­las­ten. Inves­tie­ren in neue Ide­en, wie Kin­der­spiel- und Vol­ley­ball­platz an der Nei­ße sowie eine Ska­ter­an­la­ge. Den Jugend­frei­zeit­treff sanie­ren und ihn, wenn es geht, näher in die Innen­stadt brin­gen.

4) Wel­che Maß­nah­men wol­len Sie gegen die Dro­gen­kri­mi­na­li­tät in Forst ergrei­fen?
Wir brau­chen einen auf der Stra­ße und in den Schu­len stän­dig prä­sen­ten Dro­gen­be­auf­trag­ten, der nicht nur direk­ter Ansprech­part­ner für Betrof­fe­ne als auch für Poli­zei und Schu­len ist, son­dern auch den mensch­li­chen Zugang fin­det. Unse­re Ver­ei­ne, wie NIX e. V., leis­ten schon viel.

5) Wie möch­ten Sie die Digi­ta­li­sie­rung in Forst vor­an­trei­ben?
Wo WLAN-Hot­spots sind, trifft man sich. Wir soll­ten end­lich anfan­gen, die­se ernst­haft ein­zu­rich­ten.

6) Wie möch­ten Sie die Schu­len in Forst unter­stüt­zen?
Alle Schul­stand­or­te sol­len erhal­ten blei­ben. Schul­na­he Frei­zeit­an­ge­bo­te müs­sen wei­ter aus­ge­baut wer­den. Not­wen­di­ge Bau­ar­bei­ten müs­sen rei­bungs­los u. schnell aus­ge­führt wer­den. Wich­tig ist mir auch, Schü­ler bei ihrer Mit­be­stim­mung zu unter­stüt­zen, z. B. bei der Schü­ler­kon­fe­renz.

7) Was ist die wich­tigs­te Auf­ga­be beim The­ma Zuwan­de­rung?
Die Bun­des­po­li­tik muss uns zunächst sagen, wie sie das The­ma lösen will. Also, ob wir vor­rüber­ge­hen­de oder dau­er­haf­te Ange­bo­te schaf­fen müs­sen. Je eher wir Ant­wor­ten haben, umso eher kön­nen wir maß­ge­schnei­der­te Kon­zep­te ent­wi­ckeln.

8) Was möch­ten Sie gegen Aus­län­der­feind­lich­keit und Ras­sis­mus in Forst unter­neh­men?
Es gibt kei­nen Grund, jeman­den wegen sei­ner Haut­far­be oder sei­ner Her­kunft zu dis­kri­mi­nie­ren und aus­zu­gren­zen. An die­ser Stel­le ist Null-Tole­ranz gebo­ten. Mehr Ver­ständ­nis erzeugt man durch Nähe. Dies ist mein Ansatz!

9) Wie möch­ten Sie den Wirt­schafts­stand­ort Forst stär­ken?
Dank geo­gra­fi­scher Lage kön­nen wir uns zum über­re­gio­na­len Logis­tik­stand­ort ent­wi­ckeln. För­der­mit­tel des Koh­le­aus­stie­ges sind dafür nutz­bar. Eine Innen­stadt­brü­cke führt Kauf­kraft zu. Seit mehr als 10 Jah­ren steht das so im Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept. Wir sind die ein­zi­ge Stadt ohne!

10) Was möch­ten Sie gegen den Woh­nungs­leer­stand unter­neh­men?
Das Leben im Zen­trum anspre­chen­der gestal­ten. Mehr Kul­tur- und Frei­zeit­an­ge­bo­te dort, und die­ser Stand­ort wird attrak­ti­ver. Durch Gestal­tung der Grü­nen Mit­te sind wir da schon einen Schritt wei­ter­ge­kom­men.

11) Soll die Stadt auf erneu­er­ba­re oder fos­si­le Ener­gie set­zen? Begrün­den Sie bit­te Ihre Ant­wort.
Die­se Fra­ge kann nicht so ein­deu­tig beant­wor­tet wer­den. Ich über­las­se es den ande­ren, da zum Bei­spiel auch erneu­er­ba­re Ener­gi­en Belas­tun­gen für die Umwelt haben und der­zeit der Gesamt­be­darf von ihnen nicht gedeckt wer­den kann. Wich­ti­ger ist mir die Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Ein­spa­rung.

12) Wie möch­ten Sie die Ver­bin­dun­gen des Per­so­nen­nah­ver­kehrs in Forst, ins­be­son­de­re die Bus­ver­bin­dun­gen, ver­bes­sern?
Jetzt mal im Ernst: Forst wird wohl kei­nen direk­ten Bahn­an­schluss an den RE in Cott­bus bekom­men bei nur 10 min. Umsteig­zeit. Der Halt Klin­ge u. San­dow müss­te weg­fal­len. Lei­der! Für den Bus ist der Kreis zustän­dig. Unse­re CDU-Kreis­tags­kan­di­da­ten legen hier ein eige­nes Kon­zept vor.

 

Wir haben die Spit­zen­kan­di­da­tin und -kan­di­da­ten im Vor­feld der Wahl gebe­ten, sich euch etwas näher vor­zu­stel­len. Dies geschieht in Form eines „Twit­ter-Inter­views“. Sie haben von uns alle die­sel­ben 12 Fra­gen erhal­ten. Ihre Ant­wor­ten durf­ten – wie beim Mikro­blog­ging-Dienst „Twit­ter“ – eine maxi­ma­le Zei­chen­zahl von 280 (inkl. Leer­zei­chen) nicht über­schrei­ten.