Sexismus: Made in Germany - Anne Willsch

Na, an was denkt ihr, wenn ihr Wör­ter wie „Muschi­flüs­te­rer”, „Supa­pim­mel„und „Schnell­bumser” hört? Ganz bestimmt nicht an Pull­over, Sweat­shirts und Jog­ging­ho­sen, oder? Doch das deut­sche Fashion Label „Naketa­no – Bra­ve New World” taggt sei­ne Kla­mot­ten mit genau die­sen teils sehr anstö­ßi­gen Namen.

Es geht noch kras­ser:

Wla­di­mir Fick Du Sie Mir” (Män­ner-Hoo­dy)
Rede­frei­heit?” (Frau­en-Jacke)
Ita­lie­ni­scher Hengst” (Män­ner-Shirt)
I Love My Penis“ (Män­ner-Shirt)
Arsch im Ärmel” (Frau­en-Jacke)
Aal Macht Anal” (Män­ner-Sweat­shirt)
Schwan­zus Lon­gus” (Män­ner-Hoo­dy)
Zeich Ma Tit­ten” (Frau­en-Hoo­dy)

Das Gan­ze ist aller­dings kein Scherz oder das Ergeb­nis betrun­ke­ner Stu­den­ten, son­dern der vol­le Ernst des Labels. Und genau dafür bekam das Unter­neh­men mehr als nur ein­mal Kri­tik über die teils sehr anstö­ßi­gen, sexis­ti­schen und auch ras­sis­ti­schen Sprü­che.

Voll­kom­men gerecht­fer­tigt. Denn die Pro­duk­te für Män­ner haben domi­nan­te Beschrei­bun­gen wie „Hengst” oder „Supa­pim­mel” wäh­rend Frau­en­ar­ti­kel ser­vi­le Bezeich­nun­gen wie „Spreiz Mal Mit Gemüt­lich­keit” oder „Rede­frei­heit?” haben. Damit wer­den Män­ner und Frau­en in ver­al­te­te Rol­len­bil­der gesteckt und kön­nen Jugend­li­che (Haupt­ziel­grup­pe von Naketa­no) nega­tiv beein­flus­sen. Äußerst frag­wür­dig ist auch der Name „Wir sind Kana­ken Ja” (Män­ner-Hoo­dy) der deut­lich ras­sis­ti­schen Hin­ter­grund hat. „Künst­le­ri­sche Frei­heit” sagen vie­le. Sexis­tisch und ras­sis­tisch sagen wir. Und nein, Sexis­mus und Ras­sis­mus sind kei­nes­wegs wit­zig.

Zwar haben gro­ße Stores das Label bereits in ihr Sor­ti­ment auf­ge­nom­men, ver­zich­ten dort aber auf die­se Art Pro­dukt­be­schrei­bung. Zu die­sen Anschul­di­gen hat sich das Unter­neh­men bis dato noch nicht geäu­ßert. Wir blei­ben also gespannt, wie sich die Dis­kus­si­on um das Label wei­ter­ent­wi­ckelt.

Denn auch wenn die Pro­duk­te vegan und qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig sind (also per­fekt für alle Hips­ter), recht­fer­tigt es kei­ne men­schen­ver­ach­ten­den Namen. Ganz ehr­lich, deren ras­sis­mus- und sexis­mus­freie Pro­dukt-Tags wie „Pom­mes Spe­zi­al” und „Her­bert” oder Farb­na­men wie „LSD-Trip” und „Wie­der­käu­er-Grün” sind doch gleich viel humor­vol­ler.

 

AW


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