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Gastbeitrag

Schüler von damals - Dr. Dietmar Woidke

Jede Schü­le­rin und jeder Schü­ler der „Jahn­schu­le“ sam­melt ganz per­sön­li­che Erin­ne­run­gen an die Schul­zeit. Zusam­men mit dem Bund der Ehe­ma­li­gen und Freun­des des Gym­na­si­ums Forst e. V. (BdE) möch­ten wir dazu bei­tra­gen, sie zu bewah­ren. Wir freu­en uns sehr, dass Dr. Diet­mar Woid­ke als Ers­ter sei­ne Erin­ne­run­gen an sei­ne Schul­zeit mit uns teilt. Er wur­de 1961 in Naundorf bei Forst gebo­ren und mach­te 1980 sein Abitur.

Wie sah ein nor­ma­ler Schul­tag für Sie aus?
Sicher­lich nicht viel anders als für vie­le Schul­kin­der die heu­te zur Schu­le gehen. Wir hat­ten aber noch am Sams­tag Unter­richt und das war manch­mal gar nicht schön für mich. Und den­noch bin ich immer gern zur Schu­le gegan­gen. Vie­le Unter­richts­fä­cher wie Eng­lisch, Geschich­te oder alle Natur­wis­sen­schaf­ten haben mir Spaß gemacht. Fächer wie Staats­bür­ger­kun­de dage­gen waren nicht meins.

Was für ein Schü­ler waren Sie?
Das müss­ten mei­ne dama­li­gen Leh­rer eigent­lich am bes­ten beant­wor­ten kön­nen. Ich den­ke aber ich war ein ganz guter Schü­ler, wenn auch manch­mal für mei­ne Leh­rer nicht ganz ein­fach. Ich tref­fe mei­ne Leh­re­rin­nen und Leh­rer aber heu­te immer mal wie­der. Da kom­men meist auf bei­den Sei­ten schö­ne Erin­ne­run­gen auf und ich bin immer wie­der stolz dar­auf, was sie mir bei­ge­bracht haben.

Haben Sie vie­le Erin­ne­run­gen an Ihre Zeit, als Sie Schü­ler an der „Jahn­schu­le“ waren? Was ist Ihre schöns­te Erin­ne­rung?
Da fal­len mir sofort die gemein­sa­men Klas­sen­fahr­ten ein. Das war immer eine beson­ders schö­ne Zeit. Aber auch ganz all­ge­mein, war das damals schon eine schö­ne Zeit. Bei uns in der Klas­se gab es eine tol­le Kame­rad­schaft und einen ech­ten Zusam­men­halt. Wenn wir Leh­rern oder Schü­lern aus der Par­al­lel­klas­se Strei­che gespielt haben, haben alle zusam­men­ge­hal­ten und nix ver­ra­ten.

Haben Sie auch weni­ger gute Erin­ne­run­gen an Ihre Schul­zeit? Wel­che sind das?
Heu­te haben Schü­ler mehr Frei­hei­ten. Sie kön­nen sich anzie­hen wie sie möch­ten und sie kön­nen ihre Mei­nung ein­brin­gen. Zu mei­ner Zeit war das etwas anders. Kri­ti­sche Äuße­run­gen hat­ten nicht sel­ten Fol­gen. So stand in mei­nem Zeug­nis „Diet­mar muss sei­ne Ein­stel­lung zur Rol­le eines Kaders über­prü­fen“. Die­ser Satz klingt heu­te harm­los, bedeu­te­te aber für mich, dass mein spä­te­res Stu­di­um gefähr­det war.

Was haben Sie als Jugend­li­cher in Ihrer Frei­zeit gemacht?
Ich bin auf dem Bau­ern­hof mei­ner Groß­el­tern auf­ge­wach­sen und habe in jeder frei­en Minu­te Fuß­ball gespielt. Mein Opa war davon manch­mal schon fast genervt, weil ich so gut wie nie ohne Ball unter­wegs war und die Bäl­le natür­lich auch oft dort lan­de­ten, wo sie eigent­lich nicht hin soll­ten. Spä­ter hör­te ich unwahr­schein­lich gern und viel Musik. Ich habe begon­nen die eng­li­schen Tex­te zu über­set­zen und lern­te so immer bes­ser Eng­lisch.

Was pas­sier­te gera­de in der Welt, als Sie Ihren Schul­ab­schluss gemacht haben?
Das war kei­ne ein­fa­che Zeit. 1978 mar­schier­te die Sowjet­uni­on in Afgha­ni­stan ein. Wolf Bier­mann wur­de aus­ge­bür­gert und vie­le ost­deut­sche Künst­ler folg­ten ihm. In Polen wur­de die Gewerk­schaft Soli­dar­nosc immer stär­ker. Zwei Welt­mäch­te stan­den sich, hoch­ge­rüs­tet mit Atom­waf­fen, gegen­über und ein Krieg droh­te. Das mach­te mir und vie­len ande­ren jun­gen Men­schen größ­te Angst.

Wel­che Plä­ne hat­ten Sie für die Zeit nach der Schu­le, und was wur­de dar­aus?
Ursprüng­lich woll­te ich Vete­ri­när­me­di­zin stu­die­ren. Dafür waren aber zwei Din­ge not­wen­dig: 3 Jah­re Armee und „poli­ti­sche Zuver­läs­sig­keit“. Bei­des fehl­te mir.

Wel­che Aus­bil­dung bzw. wel­ches Stu­di­um haben Sie gemacht?
Ich dach­te mir, wenn ich schon nicht Vete­ri­när­me­di­zi­ner wer­den darf, wer­de ich Agrar­in­ge­nieur. So begann ich 1982 mein Stu­di­um an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät in Ber­lin.

Wer oder was hat Sie bei Ihrer Berufs­wahl am meis­ten beein­flusst, und war­um?
Ganz klar – mei­ne Fami­lie. Ich wuchs mit Tie­ren auf. Mei­ne Groß­el­tern waren Land­wir­te. Ich woll­te schon immer unbe­dingt in die­sem Bereich arbei­ten.

In wel­chem Beruf und in wel­cher Stadt arbei­ten Sie zur­zeit oder haben Sie zuletzt gear­bei­tet?
Seit 2013 bin ich Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des Bran­den­burg. Zuvor war ich Innen­mi­nis­ter in Bran­den­burg und damit unter ande­rem für die Poli­zei und Feu­er­wehr zustän­dig. Der soge­nann­te Dienst­sitz befin­det sich in Pots­dam. Ich bin aber die meis­te Zeit im gan­zen Land Bran­den­burg unter­wegs.

Wel­che drei Din­ge sind Ihnen in Ihrem Leben heu­te am wich­tigs­ten?
Fami­lie, Freun­de und Mensch­lich­keit.

Wel­chen Rat­schlag haben Sie für die heu­ti­gen Schü­le­rin­nen und Schü­ler der „Jahn­schu­le“?
Mischt Euch ein und nutzt Eure demo­kra­ti­schen Rech­te, denn Demo­kra­tie ist kost­bar. Es ist wich­tig, sich mit den The­men der Gesell­schaft aus­ein­an­der­zu­set­zen und mit­zu­ge­stal­ten. Erhebt Eure Stim­me und gebt Eure Stim­me ab bei Wah­len. Oder kan­di­diert selbst: Für Auf­ga­ben in der Schu­le, als Spre­cher im Sport­ver­ein oder irgend­wann in der Poli­tik.

 

Hin­weis: Die Fors­ter „Jahn­schu­le“ wird in die­sem Jahr 90. Aus die­sem Anlass lädt der BdE am 4. Mai um 18.30 Uhr in den „Fors­ter Hof“ (Cott­bu­ser Str. 24, 03149 Forst) ein, um mit mög­lichst vie­len Ehe­ma­li­gen zu fei­ern, mit (Sport-)Schülerinnen und -schü­lern, Leh­re­rin­nen und Leh­rern, Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten sowie Ober­schü­le­rin­nen und -schü­lern. Ver­bind­li­che Anmel­dun­gen zum Ehe­ma­li­gen­tref­fen sind noch bis zum 29. März 2019 mög­lich.

Der Stalker

Im Deutsch­un­ter­richt der 10. Klas­sen sind soge­nann­te Cha­rak­ter­skiz­zen ent­stan­den. Auf­ga­be war es, Cha­rak­te­re genau zu beschrei­ben. Wir möch­ten euch zwei davon vor­stel­len.

Heu­te lernt ihr von Leon Paetz den „Stal­ker” ken­nen.

 

Der Stal­ker hat sei­ne Augen über­all. Zückt jemand sein Han­dy, so steht er direkt hin­ter ihm, um ihm sei­ne Pri­vat­sphä­re zu rau­ben. Er kennt jeden dei­ner Kon­tak­te und weiß, in wel­cher Bezie­hung du zu ihnen stehst. Triffst du dich mit dei­nen Freun­den, so ist er nur ein Gebüsch weit ent­fernt, um all eure Gesprä­che zu belau­schen. Auch wenn jemand dei­nen Namen ruft, ist der Stal­ker der Ers­te, der guckt, damit er kein biss­chen aus dei­nem Leben ver­passt. Es bringt nichts, ihm dei­ne Fami­li­en­mit­glie­der vor­zu­stel­len, da er sie sowie­so schon kennt. Er weiß genau Bescheid über ihre Lieb­lings­far­be, ihr Lieb­lings­es­sen und all ihre Vor­lie­ben. Des­halb gelingt es ihm, auf ande­re Men­schen sym­pa­thisch zu wir­ken. Sich vor ihm zu ver­ste­cken wird nicht funk­tio­nie­ren, denn er hat über­all sei­ne Spio­ne, die dich und dein Han­deln jeder­zeit beob­ach­ten. Selbst Din­ge, die du selbst nicht über dich weißt, weiß der Stal­ker.

 

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Der Waghalsige

Im Deutsch­un­ter­richt der 10. Klas­sen sind soge­nann­te Cha­rak­ter­skiz­zen ent­stan­den. Auf­ga­be war es, Cha­rak­te­re genau zu beschrei­ben. Wir möch­ten euch zwei davon vor­stel­len.

Den Anfang macht der „Wag­hal­si­ge”. Erkennt ihr euch dar­in wie­der?

 

Der Wag­hal­si­ge wird schon immer wegen sei­nes muti­gen Lebens­stils von allen benei­det. Er springt von einem Aben­teu­er in das nächs­te Aben­teu­er. Der Wag­hal­si­ge braucht den Ner­ven­kit­zel nicht zu suchen, denn aller­orts spürt er ihn in sei­nen Gedan­ken. Unge­si­chert klet­tert er auf 20 km hohe Ber­ge und tele­fo­niert neben­bei noch mit sei­ner Lieb­lings­tan­te. Kaum hat der Wag­hal­si­ge das Klet­tern been­det, taucht er mit wei­ßen Hai­en im Pazi­fik. Gefah­ren liebt er, denn wie wäre das Leben ohne sie? Ande­re Leu­te lie­ben ihr ruhi­ges und nor­ma­les Leben, jedoch für den Wag­hal­si­gen wäre das nichts. Er braucht das Adre­na­lin in sei­nem Kör­per. Schon frü­her als Kind hat er sei­ne ver­rück­te Lebens­art beses­sen. Der Wag­hal­si­ge ist mit dem Bob­by­car zur Schu­le gefah­ren und hat bun­te Klei­der getra­gen. Er möch­te nicht wie ande­re sein. Er mag es sehr, dass alle Leu­te ihn bewun­dern. Der Wag­hal­si­ge hofft, eines Tages jeman­den zu fin­den, der genau wie er ist. Mit die­sem Men­schen möch­te er die ver­rück­tes­ten Aben­teu­er erle­ben, um eines Tages sagen zu kön­nen, dass er sein Leben in vol­len Zügen gelebt hat.

 

S. M.

 

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Rechtspopulismus und direkte Demokratie

Am 18. Dezem­ber 2018 hat­ten wir die Mög­lich­keit, an einem Vor­tag zum The­ma „Rechts­po­pu­lis­mus und direk­te Demo­kra­tie“ der Refe­ren­tin Marie Jüne­mann vom Ver­ein „Mehr Demo­kra­tie“ teil­zu­neh­men. Zuerst wur­de der Begriff „Popu­lis­mus” geklärt. Auch die Euro­pa­wahl- und Kom­mu­nal­wahl­er­geb­nis­se von Bran­den­burg wur­den kri­tisch unter­sucht. Für die Ergeb­nis­se wur­den mög­li­che Ursa­chen und Lösungs­vor­schlä­ge bespro­chen. Ob direk­te Demo­kra­tie gut ist oder sogar Gefah­ren birgt, wur­de durch Wort­mel­dun­gen der Schü­le­rin­nen und Schü­ler durch Argu­men­te dar­ge­legt.

Im Anschluss wur­de mit dem Zitat „Wenn wir auf­hö­ren die Demo­kra­tie zu ent­wi­ckeln, fängt die Demo­kra­tie an auf­zu­hö­ren.“ eine Dis­kus­si­ons­run­de ein­ge­lei­tet. Digi­ta­li­sie­rung, der Arti­kel 13 oder kom­mu­na­ler Stra­ßen­bau als The­men für Kom­mu­nal­wah­len wur­den eben­so dis­ku­tiert wie The­men zur Euro­pa­wahl. Unter­schied­li­che Ansich­ten gab es auch bei der Gestal­tung von Wahl­pla­ka­ten. Dass die Poli­tik durch Gesprä­che und Mei­nungs­aus­tausch lebt, wur­de uns durch die Dis­kus­si­ons­run­de eben­falls näher­ge­bracht.

Da wir, Schü­le­rin­nen und Schü­ler der 11. Klas­sen, 2019 zum ers­ten Mal wäh­len gehen dür­fen, konn­ten wir durch die­sen Vor­trag hilf­rei­che Tipps zur Infor­ma­ti­ons­ge­win­nung bezüg­lich der Par­tei­en und deren Wahl­pro­gram­me mit­neh­men. Die­se wer­den uns in den nächs­ten Mona­ten bei der Ent­schei­dungs­fin­dung unter­stüt­zen.

 

Maria Weiz

 

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3 Fragen an... FC Energie Cottbus

Der FC Ener­gie Cott­bus ist seit 2005 Pate für unse­re „Schu­le ohne Ras­sis­mus – Schu­le mit Cou­ra­ge“, das Fried­rich-Lud­wig-Jahn-Gym­na­si­um Forst. Unser Team von „Ber­tas Blog“ hat Ste­fan Schar­fen­berg-Hecht, den Pres­se­spre­cher vom FC Ener­gie Cott­bus, zum The­ma „Viel­falt und Tole­ranz im Fuß­ball“ befragt. Hier nun sei­ne aus­führ­li­chen Ant­wor­ten auf unse­re 3 Fra­gen.

1) Wel­che Rol­le spielt die Migra­ti­ons­ge­schich­te von Spie­le­rin­nen und Spie­lern im Ver­ein?

Wir haben beim FC Ener­gie neben der Pro­fi­mann­schaft in der 3. Liga noch zehn Nach­wuchs­mann­schaf­ten, sowie ein Frau­en- und ein Mäd­chen­team. In den Mann­schaf­ten gibt es Spie­ler und Spie­le­rin­nen aus vie­len ver­schie­de­nen Natio­nen. Her­kunft, Aus­se­hen, Reli­gi­on usw. spie­len dabei über­haupt kei­ne Rol­le.

2) Wie bewer­ten Sie die Ein­schät­zung, der FC Ener­gie Cott­bus habe ein „rech­tes Image“?

Die­ses „Image“ wird uns auf­grund diver­ser Vor­fäl­le in den zurück­lie­gen­den Jah­ren lei­der sehr oft zuge­schrie­ben. Zu Unrecht. Denn es ent­spricht weder den Wer­ten unse­res Ver­eins, noch hat es etwas mit den bei uns han­deln­den Per­so­nen oder der Mit­glie­der­ver­samm­lung zu tun. Unse­re über 3.000 Ver­eins­mit­glie­der haben sich mit dem Bei­tritt im Ver­ein klar zu unse­rer Sat­zung bekannt. In die­ser heißt es:

§2 Zweck und Auf­ga­ben, Gemein­nüt­zig­keit

(1) Zweck des Ver­eins ist die geis­ti­ge, kör­per­li­che und cha­rak­ter­li­che Bil­dung und Erzie­hung sei­ner Mit­glie­der, ins­be­son­de­re der Jugend, sowie die Pfle­ge und die För­de­rung des Sports. Der Ver­ein steht allen Men­schen - unab­hän­gig von Ras­se, eth­ni­scher Her­kunft, des Geschlechts, einer Behin­de­rung, des Alters, sexu­el­ler Iden­ti­tät, poli­ti­scher Hal­tung und Welt­an­schau­ung - offen, sofern die huma­nis­ti­schen Grund­wer­te nicht ver­letzt wer­den. Der Ver­ein stellt sich die Auf­ga­ben der För­de­rung sport­li­cher Übun­gen und Leis­tun­gen, u.a. der Sport­art Fuß­ball, der Ein­rich­tung und Unter­hal­tung von Frau­en-, Män­ner- und Jugend­ab­tei­lun­gen und deren Teil­nah­me an Ver­bands- bzw. Ein­zel­wett­kämp­fen orga­ni­siert durch den Ver­ein selbst oder ande­re Ver­ei­ne, sowie der Errich­tung und Unter­hal­tung von Sport­an­la­gen.

Dass sich ein Fuß­ball­club sei­ne Fans und Anhän­ger nicht aus­su­chen kann, leuch­tet sicher jedem ein. Kei­nes­wegs bestrei­ten wir die Exis­tenz des Pro­blems von rechts­ex­tre­men oder rechts­ori­en­tier­ten Per­so­nen inner­halb des Fan­la­gers des Ver­eins. In der Ver­gan­gen­heit gab es zum Leid­we­sen des FC Ener­gie Cott­bus Vor­fäl­le, die mit jed­we­der Här­te zu ver­ur­tei­len sind. Den­noch ist dies nur ein sehr gerin­ger Teil, dem lei­der all­zu oft viel zu viel Auf­merk­sam­keit „geschenkt“ wird. Vor allem medi­al wird das Bild nicht dif­fe­ren­ziert dar­ge­stellt, son­dern viel­mehr sti­li­siert und för­dert damit die­se Wahr­neh­mung in der Öffent­lich­keit. Die vie­len Din­ge, die der FC Ener­gie unter­nimmt, um sich klar und deut­lich zu posi­tio­nie­ren, wer­den nur wenig oder teil­wei­se gar nicht in den Fokus gerückt. Das ist sehr scha­de.

3) Wie setzt sich der Ver­ein für den Kampf gegen Dis­kri­mi­nie­rung und Ras­sis­mus sowie für mehr Viel­falt und Tole­ranz im Fuß­ball ein?

Der FC Ener­gie hat in der Ver­gan­gen­heit sehr vie­le Din­ge getan und unent­wegt „Flag­ge“ gezeigt, betei­lig­te sich regel­mä­ßig an Pro­jek­ten wie „Zeig Ras­sis­mus die Rote Kar­te“, „Jung gegen Rechts“, „Cott­bus bekennt Far­be“ und saß in der Jury des Cott­bu­ser Tole­ranz­prei­ses, war in Mann­schafts­stär­ke beim Staf­fel­lauf für Viel­falt und Tole­ranz des Stadt­sport­bun­des Cott­bus ver­tre­ten und unter­zeich­ne­te einen Koope­ra­ti­ons­ver­trag mit Fuß­ball-Lan­des­ver­band und Lan­des­sport­bund für Demo­kra­tie. Dar­über hin­aus trat der FC Ener­gie Cott­bus beim Pro­jekt „Bolz­platz gegen Rechts“ auf und rich­te­te das Fina­le der ganz­jäh­ri­gen Maß­nah­me „Kickern für Tole­ranz“ der Cott­bu­ser Grund­schu­len aus, unter­stütz­te die Grün­dung eines Fan­clubs in Nami­bia sowie ein Wai­sen­haus in Kame­run mit Sport­ma­te­ria­len. Der FC Ener­gie Cott­bus bekennt sich fort­wäh­rend aktiv zu Viel­falt und Tole­ranz, spricht sich unmiss­ver­ständ­lich gegen Frem­den­feind­lich­keit und Rechts­ex­tre­mis­mus aus. Im Janu­ar 2015 haben wir gemein­sam mit der AOK Nord­ost, der Inves­ti­ti­ons­bank des Lan­des Bran­den­burg (ILB) und dem dama­li­gen Druck­part­ner Laser­line die Initia­ti­ve „Ener­gie für Viel­falt und Tole­ranz“ ins Leben geru­fen.

Nach den unsäg­li­chen Vor­fäl­len im April 2017 beim Aus­wärts­spiel in Babels­berg hat der FC Ener­gie sein Enga­ge­ment noch­mals inten­si­viert und einen Maß­nah­men­plan ent­wi­ckelt, der sich breit­ge­fä­chert über ver­schie­de­ne The­men­fel­der erstreckt und mit diver­sen Hand­lungs­stra­te­gi­en ver­se­hen ist. Es wur­de ein „Run­der Tisch für Viel­falt“ ins Leben geru­fen, an dem Ver­tre­ter des Minis­te­ri­ums des Innern und für Kom­mu­na­les Bran­den­burg (MIK), Ver­bands­ver­tre­ter (DFB/NOFV), Bun­des- und Lan­des­po­li­zei, die Stadt Cott­bus sowie der Land­kreis Spree-Nei­ße, der Ver­fas­sungs­schutz, das Tole­ran­te Bran­den­burg sowie das Fan­pro­jekt Cott­bus teil­nah­men. Der FC Ener­gie befin­det sich aktu­ell dabei, die Finan­zie­rung einer ver­eins­ei­ge­nen Stel­le zur/zum Beauf­trag­ten für „Viel­falt und Tole­ranz“ zu rea­li­sie­ren, ist dabei aller­dings auf die Unter­stüt­zung der öffent­li­chen Hand ange­wie­sen.

Neben der Initia­ti­ve für „Viel­falt und Tole­ranz“ ist das kla­re Bekennt­nis „Kein Platz für Nazis“ beim FC Ener­gie hin­ter­legt und seit Beginn des Jah­res 2018 hat sich das Bünd­nis „Cott­bus ist bunt“, bestehend aus der BTU Cott­bus-Senf­ten­berg, dem Carl-Thiem-Kli­ni­kum, der LEAG, der Stadt Cott­bus, dem Cott­bu­ser Auf­bruch und dem FC Ener­gie Cott­bus orga­ni­siert. Nach­dem ein erfolg­rei­ches ers­tes Hal­len­fuß­ball­spiel am 13. Febru­ar 2018 in der Lau­sitz­are­na statt­fand wur­de kürz­lich zum zwei­ten Mal ein Freund­schafts-Fuß­ball­spiel gegen Ras­sis­mus und Gewalt ver­an­stal­tet. Unmit­tel­bar vor dem Dritt­li­ga­spiel gegen die Sport­freun­de Lot­te tra­ten BTU-Stu­die­ren­de unter ande­rem aus Nige­ria, Syri­en, Bra­si­li­en, Deutsch­land, Marok­ko und Tune­si­en gegen eine Fan­aus­wahl des FC Ener­gie an. Bei dem 30-minü­ti­gen Spiel, das die Stu­die­ren­den mit 2:1 gewan­nen, ging es nur am Ran­de um den sport­li­chen Erfolg; viel­mehr dar­um zu zei­gen, dass Fair­ness im Sport, im Beruf und in der Gesell­schaft in Cott­bus gelebt wird und das Cott­bus eine welt­of­fe­ne und tole­ran­te Stadt ist. Das Bünd­nis wird auch künf­tig wei­te­re gemein­sa­me Aktio­nen durch­füh­ren, an denen sich der FC Ener­gie ver­ant­wor­tungs­voll betei­li­gen wird.

Abschlie­ßend möch­ten wir zum Aus­druck brin­gen, dass wir uns als ein­zi­ger Pro­fi­club des gesam­ten Bun­des­lan­des und sport­li­ches Aus­hän­ge­schild der Regi­on, unse­rer sozia­len und gesell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung bewusst sind. Die­se Ver­ant­wor­tung neh­men wir wahr, sind jedoch nicht für das Han­deln Drit­ter ver­ant­wort­lich. Auch wenn der FC Ener­gie Cott­bus als Fuß­ball­ver­ein weder die sozia­len, gesell­schaft­lich oder poli­ti­schen Pro­ble­me des Lan­des lösen kann, sind wir stets bereit, in enger Zusam­men­ar­beit mit der Zivil­ge­sell­schaft unse­ren Bei­trag zu leis­ten.

 

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3 Fragen an... Annett Noack

Seit April 2015 ist Annett Noack Inte­gra­ti­ons- und Behin­der­ten­be­auf­trag­te des Land­krei­ses Spree-Nei­ße. Und da uns und unse­rer AG „Schu­le ohne Ras­sis­mus – Schu­le mit Cou­ra­ge“ am Fried­rich-Lud­wig-Jahn-Gym­na­si­um Forst das The­ma „Inklu­si­on an Schu­len” (ins­bes. im Land­kreis Spree-Nei­ße) auch am Her­zen liegt, haben wir sie dazu befragt. Ihre Ant­wor­ten sind etwas aus­führ­li­cher gewor­den, da sie es als wich­tig erach­tet, das The­ma im Zusam­men­hang mit den zustän­di­gen Akteu­ren (Land, Land­kreis, Stadt) zu betrach­ten. Hier nun ihre Ant­wor­ten auf unse­re 3 Fra­gen.

1) Wie vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit Behin­de­run­gen gibt es im Land­kreis Spree-Nei­ße?

Das Amt für Sta­tis­tik Ber­lin-Bran­den­burg hat für den Jahr­gang 2016/2017 562 Schü­le­rin­nen und Schü­ler im Land­kreis Spree-Nei­ße mit einem son­der­päd­ago­gi­schen För­der­be­darf erfasst. Davon wur­den 207 Kin­der an För­der­schu­len und 355 Kin­der im gemein­sa­men Unter­richt beschult.

2) Wel­che Anfor­de­run­gen muss eine Schu­le im Land­kreis erfül­len, um den Bedürf­nis­sen von Kin­dern und Jugend­li­chen mit Behin­de­run­gen gerecht zu wer­den?

Der gemein­sa­me Unter­richt von Kin­dern und Jugend­li­chen mit und ohne Beein­träch­ti­gung wird im Land Bran­den­burg seit 25 Jah­ren prak­ti­ziert. Der Besuch des gemein­sa­men Unter­richts ist mög­lich, wenn die per­so­nel­len, räum­li­chen und säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen an der jewei­li­gen Schu­le vor­han­den sind oder geschaf­fen wer­den.

Bil­dung ist in Deutsch­land Sache der Bun­des­län­der. Das zustän­di­ge Minis­te­ri­um für Bil­dung, Jugend und Sport in Bran­den­burg (Minis­te­rin Frau Brit­ta Ernst) ist für das The­ma „Bildung/Schule“ in unse­rem Bun­des­land zustän­dig. Bei der Umset­zung vor Ort wird das Land in zustän­di­ge staat­li­che Schul­äm­ter auf­ge­teilt. Für den Land­kreis Spree-Nei­ße ist das Staat­li­che Schul­amt in Cott­bus zustän­dig.

Der gemein­sa­me Unter­richt von Schü­le­rin­nen oder Schü­lern mit und ohne son­der­päd­ago­gi­schen Unter­stüt­zungs­be­darf in den all­ge­mei­nen Schu­len des Lan­des Bran­den­burg wur­de bereits 1991 fest­ge­schrie­ben und im Bran­den­bur­gi­schen Schul­ge­setz bestä­tigt. Auch das Über­ein­kom­men der Ver­ein­ten Natio­nen über die Rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen, das von Deutsch­land 2009 rati­fi­ziert wur­de, sieht in Arti­kel 24 das gemein­sa­me Ler­nen als Regel­fall vor. Um die­ses Vor­ha­ben zu unter­stüt­zen wur­den in Bran­den­burg auch Pro­jek­te instal­liert.

Im Schul­jahr 2012/2013 sind 84 bran­den­bur­gi­sche Grund­schu­len mit dem Pilot­pro­jekt „Inklu­si­ve Grund­schu­le“ gestar­tet. Die Idee dahin­ter war: Von ihren Erfah­run­gen auf dem Weg zu einer „Schu­le für alle“ sol­len ande­re Schu­len pro­fi­tie­ren.

Seit dem Schul­jahr 2018/19 gibt es im Land Bran­den­burg 188 „Schu­len für gemein­sa­mes Ler­nen“, dar­un­ter sind 138 Grund-, 36 Ober­schu­len, 5 Gesamt­schu­len, 5 Schul­zen­tren und 4 beruf­li­che Schu­len (OSZ). Für den gemein­sa­men Unter­richt ste­hen in den Schul­jah­ren 2017/18 und 2018/19 zusätz­lich bis zu 432 Stel­len für Lehr­kräf­te und sons­ti­ges päd­ago­gi­sches Per­so­nal zur Ver­fü­gung, die Kos­ten dafür betra­gen rund 25 Mil­lio­nen Euro. Das Kon­zept „Gemein­sa­mes Ler­nen in der Schu­le“ sieht vor, dass Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit und ohne son­der­päd­ago­gi­schen För­der­be­darf, ins­be­son­de­re in den För­der­schwer­punk­ten „Ler­nen“, „emo­tio­na­le und sozia­le Ent­wick­lung“ und „Spra­che“ (LES), gemein­sam in einer Klas­se ler­nen.

Im Land­kreis Spree-Nei­ße sind fol­gen­de Schu­len betei­ligt: Grund­schu­le Forst (Lau­sitz) Keu­ne, Guten­berg Ober­schu­le Forst (Lau­sitz), Coro­na-Schrö­ter Grund­schu­le Guben, Euro­pa­schu­le Marie & Pierre Curie Guben, Mosa­ik­grund­schu­le Peitz, Grund- und Ober­schu­le Mina-Wit­ko­jc Burg (Spree­wald), Grund­schu­le Mato Kosyk Brie­sen, Grund­schu­le Wel­zow „Johann Wolf­gang von Goe­the“, Grund- und Ober­schu­le Döbern, Grund­schu­le Kol­ler­berg Sprem­berg, Astrid Lind­gren Grund­schu­le Sprem­berg, Berufs­ori­en­tier­te Ober­schu­le Sprem­berg, Ober­stu­fen­zen­trum II des Land­krei­ses Spree-Nei­ße in Cott­bus.

Das inklu­si­ve Ler­nen an Schu­len im Land­kreis benö­tigt vie­le Akteu­re. Neben den Leh­re­rin­nen und Leh­rern (zustän­dig ist das Land Bran­den­burg) sind auch für eine inklu­si­ve Beschu­lung die not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen (Räum­lich­kei­ten und Aus­stat­tung) zu schaf­fen. Dafür ist der jewei­li­ge Schul­trä­ger einer Schu­le zustän­dig. Dies kön­nen die Städ­te, Gemein­den und auch der Land­kreis sein. Bei Schu­len in frei­er Trä­ger­schaft ist es Auf­ga­be des jewei­li­gen frei­en Trä­gers.

3) Wie bewer­ten Sie den Erfolg der Inklu­si­on an Schu­len im Land­kreis?

In mei­ner Tätig­keit als Behin­der­ten­be­auf­trag­te des Land­krei­ses Spree-Nei­ße habe ich sehr unter­schied­li­che Schu­len mit geleb­ter Inklu­si­on ken­nen­ge­lernt. Es gibt vie­le posi­ti­ve Ent­wick­lun­gen, inter­es­san­te Kon­zep­te, Umset­zun­gen, Schul­pro­gram­me und Leit­bil­der. Inklu­si­on ist jedoch ein gesamt­ge­sell­schaft­li­cher und par­ti­zi­pa­ti­ver Pro­zess, der durch „Mit­ma­chen, Mit­re­den und Mit­ar­bei­ten“ – gestal­tet wer­den muss. In den letz­ten Jah­ren ist dort viel Bewe­gung hin­ein­ge­kom­men. Auch bau­li­che Ver­än­de­run­gen zur Ver­bes­se­rung der Bar­rie­re­frei­heit wur­den an vie­len Schu­len geplant und umge­setzt. Den­noch gibt es wei­ter­hin vie­le Auf­ga­ben, die noch ange­gan­gen wer­den müs­sen. So kann die Zusam­men­ar­beit auf der regio­na­len Ebe­ne in Bezug auf eine regio­nal inklu­si­ve Bil­dungs­struk­tur zwi­schen dem Schul­amt, den Schul­ver­wal­tun­gen, den Ver­tre­tern aus der Poli­tik, dem Jugend­amt, Sozi­al­amt und den Eltern- und Behin­der­ten­ver­tre­tun­gen aus­ge­baut und ver­stärkt wer­den. Zusätz­li­che finan­zi­el­le Mit­tel wer­den wei­ter­hin benö­tigt, um die bau­li­che Bar­rie­re­frei­heit nach den Vor­ga­ben der Bran­den­bur­gi­schen Bau­ord­nung an allen Schu­len zu schaf­fen. Des Wei­te­ren soll­ten zusätz­li­che Räu­me für die Kör­per­pfle­ge, Ruhe­räu­me, einen Roll­stuhl­ab­stell­raum und einen Raum für außer­schu­li­sche The­ra­pie geschaf­fen wer­den. Auch die Fach­kräf­te (Lehr­kräf­te, Son­der­päd­ago­gen, Sozi­al­ar­bei­ter, Ein­zel­fall­hel­fer) an den Schu­len benö­ti­gen für einen gelin­gen­den guten inklu­si­ven Unter­richt ent­spre­chen­de Bedin­gun­gen (Qua­li­fi­zie­rung, Ver­net­zung, Fort­bil­dung, Reflek­ti­on, aus­rei­chend Per­so­nal).

Aus mei­ner Sicht, kann ich fest­stel­len, dass vie­le Schu­len im Land­kreis Spree-Nei­ße auf einem guten Weg sind und ver­su­chen mit den bestehen­den Bedin­gun­gen inklu­si­ves Ler­nen zu ermög­li­chen. Es gibt aus­ge­wähl­te Pro­jekt­schu­len, die in den letz­ten Jah­ren gute Inklu­si­ons­schu­len gewor­den sind. Jedoch ist die schu­li­sche Inklu­si­on noch nicht in die gesell­schaft­li­chen Pro­zes­se ein­ge­bun­den und kann somit nicht im vol­len Umfang aktiv wer­den und wir­ken. Inklu­si­on ist eine Chan­ce und Auf­ga­be für ALLE – es gilt die Pro­zes­se wei­ter­hin gemein­sam zu gestal­ten.

 

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3 Fragen an... Dirk Liebeck

In den Herbst­mo­na­ten sind wir häu­fig im Dun­keln unter­wegs. Und bald sind Weih­nachts­fe­ri­en - Zeit für Urlaubs­rei­sen (und: Ein­bre­cher). Bereits bei der Bürgermeister/inwahl im April wur­de über das The­ma Sicher­heit und die Mög­lich­keit, das Sicher­heits­ge­fühl der Forste­rin­nen und Fors­ter zu stär­ken, viel dis­ku­tiert. Unser Team von „Ber­tas Blog“ hat Dirk Lie­beck dazu befragt. Er arbei­tet bei der Revier­po­li­zei in Forst. Hier nun sei­ne Ant­wor­ten auf unse­re 3 Fra­gen.

1) Wie schützt man sein Haus bzw. sei­ne Woh­nung vor Ein­brü­chen am bes­ten, wenn man in den Urlaub ver­rei­sen möch­te?

Grund­sätz­lich soll­te man sich über die Sicher­heit sei­nes Hauses/Grundstücks bzw. Woh­nung nicht erst vor Beginn einer Urlaubs­rei­se Gedan­ken gemacht haben. Habe ich Maß­nah­men getrof­fen, die es Ein­bre­chern wesent­lich erschwert, in mein Haus bzw. mei­ne Woh­nung ein­zu­bre­chen? Fol­gen­de Hin­wei­se möch­te die Poli­zei geben:

  • Lasst euch zu ein­bruchs­hem­men­den Türen und Fens­tern bera­ten, baut die­se ein oder und rüs­tet die­se nach. Hier arbei­tet die Poli­zei mit Fach­fir­men zusam­men. Die­se sind bei der Poli­zei im Sach­be­reich Prä­ven­ti­on gelis­tet.
  • Instal­liert nach Mög­lich­keit Schutz­maß­nah­men gegen Ein­brü­che (hel­le Beleuch­tung des Grund­stücks mit Bewe­gungs­mel­dern, Über­wa­chungs­ka­me­ras bzw. Ein­bruch­mel­der, bau­li­che Maß­nah­men zur zusätz­li­chen mecha­ni­schen Siche­rung von Fens­tern und Türen), die durch Ein­bre­cher auch schnell erkenn­bar sind und so von einem Ein­bruch­ver­such abschre­cken sein sol­len.

Direkt vor einer Urlaubs­rei­se soll­ten fol­gen­de Din­ge beach­tet wer­den:

  • Gebt Frem­den kei­nen Hin­weis auf die Abwe­sen­heit, z. B. in sozia­len Netz­wer­ken, per E-Mail oder Anruf­be­ant­wor­ter. Infor­miert Nach­barn mit der Bit­te um Acht­sam­keit. Lasst durch Ver­wand­te, Bekann­te oder Nach­barn zwi­schen­durch den Brief­kas­ten lee­ren. Ver­schließt alle Fens­ter und Türen (nicht nur zuzie­hen) und ver­steckt kei­ne „Reser­ve­schlüs­sel“ auf dem Grund­stück oder vor der Woh­nungs­tür. Täuscht mit tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen eure Anwe­sen­heit vor (mit Zeit­schalt­uh­ren Licht an- und aus­schal­ten, Roll­lä­den her­un­ter- und hoch­las­sen).

2) Wie schützt man sich bei Nacht auf dem Weg nach Hau­se am bes­ten?

Ver­sucht nach Mög­lich­keit, so lan­ge es geht mit Beglei­tung unter­wegs zu sein. Tragt hel­le Klei­dung, so dass ihr für mög­lichst vie­le Pas­san­ten erkenn­bar seid. Mei­det dunk­le Berei­che (ins­be­son­de­re unbe­fes­tig­te Wege bzw. „Schleich­pfa­de“ außer­halb des öffent­li­chen Stra­ßen­ver­kehrs) sowie Park­an­la­gen und Wald­ge­bie­te. Ach­tet auf Per­so­nen, die euch mög­li­cher­wei­se fol­gen könn­ten. In einem sol­chen Fall sucht ihr sofort beleuch­te­te Berei­che auf, an denen sich mög­lichst wei­te­re Per­so­nen befin­den und ihr ver­sucht, eine Beglei­tung (Ver­wand­te oder Bekann­te) hin­zu zu zie­hen.

3) Was soll­te man tun, wenn man einen ver­däch­ti­gen Gegen­stand (z. B. einen unbe­auf­sich­tig­ten Kof­fer am Bahn­hof) fin­det?

Bit­te beob­ach­tet den Gegen­stand eini­ge Zeit, ob es sich dabei um eine schein­bar her­ren­lo­se Sache han­delt oder sich jemand um den Gegen­stand küm­mert. Gibt es zum Gegen­stand kei­ne Bezugs­per­son, nähert euch auf kei­nen Fall dem Gegen­stand oder unter­sucht ihn womög­lich (z. B. durch Öff­nen einer Tasche oder eines Kof­fers) und infor­miert die Poli­zei.

 

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Angriff von rechtsaußen

Wir beka­men am Mon­tag, den 15. Okto­ber, die Mög­lich­keit, mit Ron­ny Blasch­ke, einem bekann­ten frei­en Jour­na­lis­ten aus Ber­lin, zu spre­chen. Die­ser hielt einen Vor­trag über Rechts­ra­di­ka­lis­mus. Dar­in befass­te er sich aber nicht mit dem The­ma im All­ge­mei­nen, son­dern haupt­säch­lich damit, wie Radi­ka­le und Neo­na­zis, Sport­ar­ten, vor allem den Fuß­ball, nut­zen, um Wer­bung für sich zu machen, neue Mit­glie­der anzu­lo­cken und ihre Vor­stel­lun­gen zu ver­tre­ten. Basis für die­sen Vor­trag war eine aus­führ­li­che Recher­che Blasch­kes.

Doch statt sich ein­fach nur zu bele­sen, ist er selbst in die Sze­ne der Neo­na­zis und Hoo­li­gans ein­ge­stie­gen und hat Gesprä­che und Inter­views mit den Anhän­gern der Grup­pen geführt. Er berich­te­te sogar von einem Kon­zert, wel­ches er besu­chen woll­te, um eben­falls Ein­bli­cke in die Musik­sze­ne zu gewin­nen. Durch die­se Erfah­run­gen aus ers­ter Hand war es ihm mög­lich, sich ein wirk­li­ches Bild über die deut­schen Neo­na­zis und Hoo­li­gans in den Sta­di­en zu machen. Das bewun­der­ten wir sehr, was auch der Grund dafür war, dass Blasch­ke bis zum Schluss unse­re abso­lu­te Auf­merk­sam­keit hat­te.

Vie­le waren erstaunt über den Zuwachs, den die Sze­ne, auch durch den Fuß­ball, erfah­ren hat. Die Mas­se an Men­schen, die wei­ter­hin an die­ser mehr als ver­al­te­ten und fal­schen Ein­stel­lung fest­hal­ten, ver­blüff­te vie­le.

An der Fra­ge­run­de zum Schluss nah­men wir mit Begeis­te­rung teil. Auch das Feed­back im Nach­hin­ein war mehr als posi­tiv. Wir emp­fan­den Blasch­kes Vor­trag als infor­ma­tiv und abwechs­lungs­reich, vor allem, weil nahe­zu alle sei­ne Infor­ma­tio­nen aus ers­ter Hand sind und auf per­sön­li­chen Gesprä­chen basie­ren.

Eine kla­re Mehr­heit von uns emp­fand die­ses Pro­jekt als sehr inter­es­sant und wünscht sich in Zukunft vie­le wei­te­re Gesprä­che mit Jour­na­lis­ten, die uns in ihre Arbeit ein­tau­chen las­sen.

Lucas Schlü­ter

 

Ron­ny Blasch­ke im Inter­view © Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bildung/bpb (2014)

 

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Alles Theater

Vom 10. bis 21. Sep­tem­ber war ich beim Prak­ti­kum im Staats­thea­ter Cott­bus - in der Kos­tüm­schnei­de­rei. Das Prak­ti­kum setz­te sich aus ver­schie­de­nen Auf­ga­ben zusam­men: von Schu­he ein­sor­tie­ren, über Kos­tü­me her­aus­su­chen, in die ver­schie­de­nen Abtei­lun­gen rein­gu­cken und ler­nen, wie ein Kos­tüm ent­steht und wie eine Anpro­be läuft, bis hin zum sel­ber nähen. Per­sön­lich fand ich das Prak­ti­kum nicht so schlecht. An vie­len Stel­len war es ein wenig lang­wei­lig und anstren­gend, aber auch inter­es­sant (z. B. wie der All­tag dort im Thea­ter abläuft).

 

Alex­an­dra Koalick

 

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Unser Praktikum bei der Bundespolizeiinspektion Forst

Als wir am Mon­tag um 7.45 Uhr in der Bun­des­po­li­zei­in­spek­ti­on ange­kom­men waren, begrüß­ten uns erst­mal die net­ten Kol­le­gen Frau Kuschel und Herr Kunz. Anschlie­ßend zeig­ten sie uns eine Power­Point-Prä­sen­ta­ti­on über die ver­schie­de­nen Berei­che der Bun­des­po­li­zei. Von Ver­wal­tungs­ar­bei­ten, die Arbeit mit Hun­den oder Pfer­den bis zum Außen­dienst an Bahn­hö­fen oder Flug­hä­fen ist alles mit dabei. In unse­ren zwei Prak­ti­kums­wo­chen erleb­ten wir vie­le schö­ne Din­ge.

Wir waren im Bereich Kri­mi­nal­tech­nik und nah­men Fin­ger­ab­drü­cke von Fla­schen und mach­ten den Auf­nah­me­test auf dem Sport­platz des Gym­na­si­ums. Dazu zählt: der Kupa-Test, 100-Meter-Sprint, Weit­sprung, Lie­ge­stüt­ze und Stand­weit­sprung. An einem Tag fuh­ren wir nach Cott­bus auf den Schieß­platz und schau­ten den Poli­zis­ten bei ihrem Trai­ning zu. Wir sel­ber durf­ten mit einer „unech­ten“ Waf­fe schie­ßen - eine Waf­fe mit Farb­pa­tro­nen (Color­ma­ker). Zwei Tage des Prak­ti­kums ver­brach­ten wir auch in der Ver­wal­tung und stell­ten fest, dass die­se Arbeit nichts für uns ist. Die rest­li­chen Tage lern­ten wir noch die bei­den bel­gi­schen Schä­fer­hun­de Nick und Fer­ri ken­nen, fuh­ren zum Amts­ge­richt Cott­bus und durf­ten dort bei einer Ver­hand­lung zwi­schen einem Poli­zis­ten (Opfer) und einem Leip­zi­ger Fuß­ball-Fan (Täter) dabei sein.

Im Gro­ßen und Gan­zen war es ein sehr span­nen­des und viel­sei­ti­ges Prak­ti­kum. Die Kol­le­gen sind alle freund­lich und geben sich sehr viel Mühe, dass einem nie lang­wei­lig wird... und das haben sie auch geschafft! Gro­ßes Lob! Und zum Prak­ti­kum: Wenn du Lust auf span­nen­de Din­ge hast, dann schnup­per doch mal rein.

 

Lina Laug­ksch & Char­le­en Matsch­ke

 

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