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Gastbeitrag

Make America Great Again?

Seit 2016 ist Donald Trump der Prä­si­dent der USA. Sei­ne radi­ka­len Äuße­run­gen sind dank Twit­ter welt­be­kannt: Eine Mau­er an der Gren­ze zu Mexi­ko und Erhö­hun­gen von Ein­fuhr­zöl­len sind hier­bei nur eini­ge sei­ner Zie­le. Bedroht die­ser Prä­si­dent die Demo­kra­tie in den USA?  Kann er die bestehen­den Gren­zen über­schrei­ten und sei­nen eige­nen Kopf durch­set­zen?

Mit die­ser Fra­ge beschäf­tig­ten wir uns am 4. Juni 2019. Unse­re Schu­le bekam dazu Besuch von Micha­el Cowburn, ein Mit­ar­bei­ter des John-F.-Kennedy-Instituts an der Frei­en Uni­ver­si­tät in Ber­lin. Der Exper­te für aktu­el­le poli­ti­sche The­men erklär­te uns, was eine Demo­kra­tie über­haupt in den Grund­zü­gen aus­macht. Frei­heit des Ein­zel­nen, indi­vi­du­el­le Rech­te, Wah­len – sind all die­se gewon­ne­nen Erfol­ge in Gefahr durch einen ein­zi­gen Prä­si­den­ten?

Zuerst ein­mal ist klar­zu­stel­len, dass die Demo­kra­tie noch lan­ge nicht in allen Län­dern und Staa­ten die amtie­ren­de Staats­form ist und Trump nicht das ein­zi­ge Staats­ober­haupt mit einem hit­zi­gen Gemüt. Kim Jong-un zum Bei­spiel regiert eben­falls mit har­ter Hand. Im Ver­gleich: Donald Trump ist bekannt für sei­ne gewag­ten Aus­sa­gen und strik­te Her­an­ge­hens­wei­se an Pro­ble­me. Laut unse­rem Refe­ren­ten zeigt sich der US-Prä­si­dent nicht gera­de begeis­tert von der exis­tie­ren­den Ver­fas­sung. Zu gern wür­de er die Din­ge selbst in die Hand neh­men, ohne Zustim­mung der Legis­la­ti­ve und Judi­ka­ti­ve. Doch so leicht funk­tio­niert das Spiel nicht. Es gibt stren­ge Geset­ze und Rege­lun­gen für den Auf­bau einer Regie­rung. Dadurch ist eine Abän­de­rung der bestehen­den, poli­ti­schen Gege­ben­hei­ten sehr unwahr­schein­lich, beru­higt Cowburn. Die Men­schen in den USA inter­es­sie­ren sich momen­tan sehr für die Gescheh­nis­se in der Poli­tik und Gesell­schaft. Trump kann mit gro­ßer Sicher­heit nicht ohne Zustim­mung tun, was er allein für rich­tig hält. Bei den nächs­ten Wah­len wird sich her­aus­stel­len, wie der zukünf­ti­ge Weg der USA aus­sieht.

An die­ser Stel­le möch­ten wir uns noch ein­mal bedan­ken für die lehr­rei­che Prä­sen­ta­ti­on und Dis­kus­si­ons­run­de von Herrn Cowburn. Wir konn­ten vie­le neue Ein­drü­cke und Gedan­ken zum The­ma „Poli­tik in der USA” gewin­nen und unser eng­li­sches Voka­bu­lar auf­bes­sern.

 

Nora Lip­pert

Mist, was ist passiert?

Schmerz. Die­ses Gefühl fuhr durch mei­nen kom­plet­ten Kör­per, als ich mei­ne Augen öff­ne­te. Wei­ße Wän­de, grau­er Boden und eine ein­zi­ge klei­ne Topf­pflan­ze schmück­ten das sonst kah­le Zim­mer. Das Zim­mer war fast kom­plett dun­kel. Mist, was ist pas­siert?, schoss es durch mei­nen Kopf. Ich blick­te durch den Raum und erkann­te eine, in kom­plett schwarz geklei­de­te, Per­son, die mich anstarr­te. Oh Mein Gott, Katie, was hast du schon wie­der ange­stellt?, frag­te ich mich selbst. Mit ruhi­gen Schrit­ten kam er auf mich zu, er kam mir bekannt vor, aber ich wuss­te nicht woher. „Katie, end­lich bist du wach”, sag­te er vol­ler Eupho­rie. Er drück­te mir einen kur­zen Kuss auf die Stirn und set­ze sich auf den Stuhl, der neben mei­nem Bett stand. Sei­ne leicht ein­ge­fal­le­ne Hand drück­te auf einen roten Knopf, der an mei­nem Bett ange­bracht wor­den war. Ein kur­zes piep­si­ges Geräusch erklang und nach fünf Minu­ten pein­li­cher Stil­le kam eine Frau her­ein. Ich befand mich in einem Kran­ken­haus. Das war nun sicher.

„Hal­lo Miss, kön­nen sie mir ihren Namen ver­ra­ten?“, frag­te mich die Frau, wahr­schein­lich eine Kran­ken­schwes­ter. Ich guck­te sie kurz über­for­dert an und nick­te: „Katie Pri­ce“. Der Mann ver­ließ kurz das Zim­mer, nach­dem er der Frau etwas ins Ohr geflüs­tert hat­te. „Katie, ich bin Dr. Pau­la Flem­ming. Kannst du dich an mich erin­nern?“, frag­te sie mich. Über­for­dert guck­te ich sie an. Geschätz­te drei Minu­ten ver­gin­gen, ohne dass irgend­je­mand etwas sag­te. Der Mann kam wie­der rein: „Char­lie ist auf dem Weg. Er wird in vier Stun­den hier ankom­men“. Ab die­sem Moment ver­stand ich rein gar nichts mehr. „Kann mir bit­te jemand sagen, was hier los ist? Wo bin ich? Wer seid ihr?“, hys­te­risch blick­te ich umher. Der Mann kam mit gro­ßen Schrit­ten auf mich zu. „Katie, erkennst du uns nicht mehr? Ich bin dein Vater.“ Sag­te er kurz und knapp. Ich hör­te kurz­zei­tig auf zu atmen. Was ist hier los? „Ich glau­be, wir soll­ten sie allein las­sen. Sie braucht viel Schlaf und Ruhe. Es ist ein Wun­der, dass sie wie­der auf­ge­wacht ist. Das wis­sen wir bei­de Jack.“

Auf ein­mal pras­sel­ten tau­send Erin­ne­run­gen auf mich ein. Das Gerät neben mir fing an, lau­te und nerv­tö­ten­de Geräu­sche von sich zu geben. Mein Kopf explo­diert gleich!, dach­te ich. Auf ein­mal spür­te ich einen klei­nen Stich auf mei­nem Arm. Alles wur­de schwarz.

„Ich weiß, es wird noch eini­ge Zeit dau­ern, bis du end­lich wie­der die Augen öff­nest, aber du musst wis­sen, dass ich war­ten wer­de! Ich wer­de immer war­ten!“, sag­te eine beru­hi­gen­de tie­fe Stim­me. Lang­sam öff­ne­te ich mei­ne Augen, weder grel­les Licht noch kom­plet­te Dun­kel­heit erwar­te­te mich. Eine ange­neh­me Raum­at­mo­sphä­re herrsch­te. Ich spür­te einen klei­nen Druck auf mei­nem Bauch. Als ich run­ter­blick­te, sah ich brau­ne, flau­schi­ge Haa­re. Ich schrei gleich los! Ich beweg­te mich und sofort schnell­te der Kopf hoch. Heiß! war das ers­te, was ich dach­te, als ich in das Gesicht des frem­den Jun­gen sah. „Katie! Oh mein Gott, ich dach­te, ich träu­me!” Ich rutsch­te weg. Das war mir alles nicht geheu­er. „Wer bist du?“, mei­ne Stim­me zit­ter­te. „Char­lie Reed. Der Jun­ge, dem du den Kopf ver­dreht hast.“

Alter­na­ti­ves Ende zum Buch „Mid­ni­ght Sun“ von Trish Cook

 

Jes­si­ca Lat­ze

 

Bild: Pixabay.com.

 

Der Bei­trag ist anläss­lich des 90. Geburts­ta­ges der Fors­ter „Jahn­schu­le“ im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.

Youngblood

Der ers­te Strich
Say you want me
Der nächs­te Punkt
Say you want me
Ein kur­zer Blick
Out of your life
Hier oder dort?
And l’am just a dead­man wal­king ton­ight
Oder ein neu­es Bild?
But you need it, yeah, you need it
Nein
All of the time
Wei­ter­ma­chen
Young­blood

Young­blood by 5 Seconds of Sum­mer

 

Pia-Marie Kret­sch­mer

 

Bild: Pixabay.com.

 

Der Bei­trag ist anläss­lich des 90. Geburts­ta­ges der Fors­ter „Jahn­schu­le“ im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.

Meine eigene Weltreise

Ich füh­le das Schau­keln der See unter mir. Das ruhi­ge Hin und Her des Bugs. Das lei­se Rau­schen des Win­des wird von den lau­ten Schrei­en der Möwen unter­bro­chen. Die Son­ne brennt leicht auf mei­ner Haut – trotz­dem habe ich kei­ne Lust in den Schat­ten zu gehen. Das Radio spielt lei­se im Hin­ter­grund. Ich habe das Gefühl im Urlaub zu sei­en. Zu träu­men. Aber es ist kein Traum. Mei­ne eig­ne Welt­rei­se. Die­se finan­zie­re ich mir durch Gele­gen­heits­jobs. Dann blei­be ich so lang in einer Stadt oder einem Dorf, bis ich wie­der genug Geld habe, um wei­ter­zu­rei­sen. Dadurch ken­ne ich nun vie­le Leu­te. Ich bin mir nicht sicher, ob man immer von Freund­schaft spre­chen kann, aber irgend­was war da. Mein Han­dy vibriert neben mir. Ich igno­rie­re es und lese wei­ter. Sei­te um Sei­te sau­ge ich auf. Bald muss ich wie­der in die Stadt. Ich brau­che Lebens­mit­tel, neue Klei­dung und, ganz beson­ders, neue Bücher.

Soll­te ich noch­mal Twi­light lesen? Bei Bel­la und ihrer Drei­ecks­be­zie­hung vor­bei­schau­en? Oder soll­te ich noch­mal in die wun­der­ba­re Welt von Nar­nia ein­tau­chen?

Nach eini­gem Über­le­gen gewinnt Nar­nia. Ich will jetzt kein Lie­bes­dra­ma lesen. Nicht heu­te – denn heu­te bin ich glück­lich. Nichts kann mir den Tag ver­mie­sen. Nach­dem ich das Buch, wel­ches ich noch gele­sen habe, been­de, beschlie­ße ich in die Stadt zu gehen. Mitt­ler­wei­le ist es abends und die Tem­pe­ra­tur ist gefal­len. Mit Kopf­hö­rern im Ohr geht es zum Markt. Hier und dort lege ich Früch­te oder Gemü­se in mei­nen Korb. Danach schaue ich noch beim Fisch­markt vor­bei. Nach­dem das erle­digt ist, muss ich noch einen Punkt auf mei­ner Lis­te abha­ken. Die Bücher! Dafür gehe ich in ein klei­nes Café. Die Enke­lin der Besit­ze­rin liest genau­so gern wie ich und leiht mir Bücher. Ell­ama­ra. Von ihr kann ich sagen sie ist eine rich­ti­ge Freun­din. Sie wür­de ich nicht wie­der ver­ges­sen, wenn ich wei­ter­rei­sen wür­de – will sogar den Kon­takt zu ihr hal­ten. Ich habe ihr vor­hin schon geschrie­ben, dass ich vor­bei­kom­men und Nar­nia holen wür­de, da ich weiß, sie stu­diert. Dem­nach wür­de ich die Bücher heu­te von ihrer Groß­mut­ter bekom­men.

Nach­dem ich die Bücher abge­holt habe, mache ich mich wie­der auf den Weg zurück zu mei­nem Boot. Hun­ger habe ich kei­nen. Also ver­staue ich die Lebens­mit­tel in den Schrän­ken. Lege mich wie­der nach drau­ßen. Lese über die Anfän­ge in Nar­nia. Die Ster­ne über mir, die See unter mir. Wie­der rauscht der leich­te Wind. Die Möwen sind nun ver­stummt. Alles ist ruhig und ich kann es nur genie­ßen.

 

Pia Marie Kret­sch­mer

 

Bild: Pixabay.com.

 

Der Bei­trag ist anläss­lich des 90. Geburts­ta­ges der Fors­ter „Jahn­schu­le“ im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.

Schülerin von damals - Josefine Michaelis

Jede Schü­le­rin und jeder Schü­ler der „Jahn-Schu­le“ sam­melt ganz per­sön­li­che Erin­ne­run­gen an die Schul­zeit. Zusam­men mit dem Bund der Ehe­ma­li­gen und Freun­des des Gym­na­si­ums Forst e. V. (BdE) möch­ten wir dazu bei­tra­gen, sie zu bewah­ren. Wir freu­en uns sehr, dass auch Jose­fi­ne Michae­lis, ehe­ma­li­ge „Jahn-Schü­le­rin” und heu­te unse­re Leh­re­rin, ihre Erin­ne­run­gen an ihre Schul­zeit mit uns teilt. Sie ist 1990 in Forst gebo­ren und hat 2010 ihren Schul­ab­schluss gemacht.

Wie sah ein nor­ma­ler Schul­tag für Sie aus?
Ich fuhr mit dem Rad von Sacro in die Schu­le. Dort lern­te ich sehr gern, traf mei­ne Freun­de und genoss eine unbe­schwer­te Zeit.

Was für eine Schü­le­rin waren Sie?
Mir fiel das Ler­nen sehr leicht, des­halb genoss ich die Zeit als Schü­le­rin. Ich war sehr enga­giert und setz­te mich für die Belan­ge der Schü­ler als Schü­ler­spre­che­rin ein.

Haben Sie vie­le Erin­ne­run­gen an Ihre Zeit, als Sie Schü­le­rin an der „Jahn­schu­le“ waren? Was ist Ihre schöns­te Erin­ne­rung?
Ich den­ke gern an mei­ne Schul­zeit zurück. Die ers­te Lie­be - die bes­ten Freun­de - ein­fach die Jugend­zeit!

Haben Sie auch weni­ger gute Erin­ne­run­gen an Ihre Schul­zeit? Wel­che sind das?
Wäh­rend mei­ner Schul­zeit gab es bestimmt weni­ger gute Erin­ne­run­gen, aber die rücken in den Hin­ter­grund - ich kann mich nicht mehr an etwas Nen­nens­wer­tes erin­nern - außer ein­mal eine 6 im Dik­tat.

Was haben Sie als Jugend­li­che in Ihrer Frei­zeit gemacht?
Ich habe viel gele­sen, mich mit Freun­den getrof­fen und bei den Raw Dia­monds getanzt.

Was pas­sier­te gera­de in der Welt, als Sie Ihren Schul­ab­schluss gemacht haben?
Ehr­lich gesagt war ich in mei­ner Schul­zeit wenig am Gesche­hen in der Welt inter­es­siert. Ich weiß es nicht mehr...

Wel­che Plä­ne hat­ten Sie für die Zeit nach der Schu­le, und was wur­de dar­aus?
Ich woll­te auch Leh­re­rin wer­den. Ich stu­dier­te in Leip­zig auf Lehr­amt Deutsch & Geschich­te.

Wel­che Aus­bil­dung bzw. wel­ches Stu­di­um haben Sie gemacht?
s. o.

Wer oder was hat Sie bei Ihrer Berufs­wahl am meis­ten beein­flusst, und war­um?
Tja, wahr­schein­lich war es wirk­lich das Gym­na­si­um... 🙂 Wer waren aber mei­ne Vor­bil­der? Mei­ne Eltern, aber auch Leh­rer wie Frau Brie­se­mann, Frau Jahn­ke und Frau Wei­kert in mei­ner Refe­ren­da­ri­ats­zeit und Frau Leg­ler bereits zur Schul­zeit sowie die Musik­leh­rer HBH. 😉

In wel­chem Beruf und in wel­cher Stadt arbei­ten Sie zur­zeit oder haben Sie zuletzt gear­bei­tet?
Ich arbei­te nach mei­nem Refe­ren­da­ri­at am Fors­ter Gym­na­si­um und an der Ober­schu­le in Forst und woh­ne auch vor Ort.

Wel­che drei Din­ge sind Ihnen in Ihrem Leben heu­te am wich­tigs­ten?
Fami­lie - Freun­de - Gesund­heit. Klingt abge­dro­schen - ist aber so!

Wel­chen Rat­schlag haben Sie für die heu­ti­gen Schü­le­rin­nen und Schü­ler der „Jahn­schu­le“?
Ärgert eure Leh­rer nicht so und genießt die Schul­zeit - sie kommt nie wie­der!

 

Bild: Pixabay.com.

Forever

fore­ver is a big word.
you will fore­ver be mine – he said
school will fore­ver be the most important thing in your life – mom said
you will fore­ver be my litt­le girl – dad said
best fri­ends fore­ver – they said
woof – he said
and now they are all gone. some­whe­re i never want to be. hap­py and great­ful for ever­y­thing they have becau­se not­hing lasts fore­ver. just remem­ber life is hard but ever­y­bo­dy is sur­vi­ving

 

Jes­si­ca Lat­ze

 

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Der Bei­trag ist anläss­lich des 90. Geburts­ta­ges der Fors­ter „Jahn­schu­le“ im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.

Wer bin ich?

Wer bin ich?
Ich bin ein Mäd­chen
Ich bin 15 Jah­re alt
Ich bin hilfs­be­reit und fröh­lich
Ich bin nach­denk­lich und ruhig
Ich bin bunt
Ich bin Ich
Nur war­um akzep­tie­re ich das nicht?

 

Mar­le­en Tur­tel­tau­be

 

Bild: Pixabay.com.

 

Der Bei­trag ist anläss­lich des 90. Geburts­ta­ges der Fors­ter „Jahn­schu­le“ im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.

Mein Ruhepol

Ich sit­ze in mei­nem Lieb­lingsca­fé, an einem Zwei-Per­so­nen-Tisch am Fens­ter. Der älte­re Besit­zer des klei­nen Cafés begrüßt mich, so wie jeden Tag. Er kommt, um mei­ne Bestel­lung auf­zu­neh­men. Ich neh­me, so wie jeden ande­ren Tag, ein Stück Scho­ko­tor­te und einen Cap­puc­ci­no. Als die Bestel­lung kommt, klap­pe ich mei­nen Lap­top auf, um mei­ne Bio-Haus­auf­ga­ben zu machen. Eine Wei­le star­re ich den bli­cken­den Cur­sor mei­nes Word-Doku­ments an. Als mir dann noch nichts ein­fällt, beob­ach­te ich die Leu­te auf der Stra­ße, wie sie hek­tisch von der Arbeit nach Hau­se oder zur Arbeit ren­nen, weil sie zu spät dran sind. Ich sehe eine Mut­ter mit ihrem Kind, sie sieht gestresst und genervt aus, ihre klei­ne Toch­ter zeigt auf die ande­ren Men­schen um sie her­um. Die Mut­ter nickt zwar, scheint aber trotz­dem irgend­wie abwe­send. Danach sehe ich eine älte­re Dame, sie trägt anschei­nend ihre Ein­käu­fe nach Hau­se, vor ihren Füßen läuft ein klei­ner Dackel und schnuf­felt alles ab, was er unter sei­ne Nase bekommt. Ich sehe, wie ein jun­ger Mann in das Café geeilt kommt. Er geht zur The­ke und bestellt sich irgend­was. Ich sehe, wie er unge­dul­dig mit sei­nen Fin­gern auf die The­ke trom­melt. Wie­der bli­cke ich auf mei­nen Lap­top, auf mein Word-Doku­ment. Der Cur­sor blinkt immer noch, ich habe immer noch kein ein­zi­ges Wort geschrie­ben und der Abga­be­ter­min ist schon in einer Woche. Trotz­dem packe ich mein Zeug zusam­men. Esse den letz­ten Bis­sen des Kuchens auf und trin­ke den letz­ten Schluck aus. Ich tre­te raus auf die Stra­ße und die Hek­tik umfasst mich. Ich las­se mich von dem Strom trei­ben, ich neh­me die nächs­te U-Bahn nach Hau­se – zu mei­nem Ruhe­pol.

 

Miri­am Sie­bert

 

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Der Bei­trag ist anläss­lich des 90. Geburts­ta­ges der Fors­ter „Jahn­schu­le“ im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.

Jeff Staudacher (FDP) - Twitter-Interview zur Stadtverordnetenwahl 2019

Am 26. Mai wäh­len die Forste­rin­nen und Fors­ter die neu­en Mit­glie­der der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung. Auch Jugend­li­che ab 16 Jah­re sind wahl­be­rech­tigt. Die FDP hat Jeff Stau­da­cher zu ihrem Spit­zen­kan­di­dat ernannt. In unse­rem Twit­ter-Inter­view mit ihm könnt ihr nach­le­sen, wel­che Zie­le er sich gesteckt hat.

1) Wenn jemand Sie in wei­ter ent­fern­ten Regio­nen fragt, was Forst beson­ders macht, was ant­wor­ten Sie?
Der Zusam­men­halt unter den Men­schen und die Ver­bun­den­heit mit der Regi­on. Außer­dem kann man hier zur Ruhe kom­men und man ist trotz­dem schnell in den Metro­po­len Deutsch­lands.

2) Wenn Sie gewählt wer­den, was ist Ihr wich­tigs­tes Ziel?
Forst muss wie­der zu einer Stadt wer­den, in die mehr Men­schen zie­hen und zurück­keh­ren. Dazu brau­chen wir von der KiTa bis zur Hoch­schu­le Ein­rich­tun­gen, eine ech­te Wirt­schafts­för­de­rung und eine Stadt­ent­wick­lung für alle Orts­tei­le.

3) Wie möch­ten Sie die Frei­zeit­an­ge­bo­te für Kin­der und Jugend­li­che ver­bes­sern?
Wir brau­chen end­lich wie­der zen­tra­le Ein­rich­tun­gen, die viel bes­ser aus­ge­stat­tet sind. Ver­ei­ne sol­len bes­ser mit den Schu­len zusam­men­ar­bei­ten kön­nen und die Betei­li­gung jun­ger Men­schen in der Poli­tik darf kei­ne Wort­hül­se mehr sein.

4) Wel­che Maß­nah­men wol­len Sie gegen die Dro­gen­kri­mi­na­li­tät in Forst ergrei­fen?
Der Mix aus Prä­ven­ti­on und Auf­klä­rung gehört an die Schu­len und auf die Stra­ße. Zusätz­lich brau­chen wir mehr Per­so­nal beim Ord­nungs­amt und mehr Poli­zei­prä­senz. Die Bera­tungs­an­ge­bo­te müs­sen aus­ge­baut wer­den, ins­be­son­de­re bei der digi­ta­len Auf­klä­rung haben wir noch Nach­hol­be­darf.

5) Wie möch­ten Sie die Digi­ta­li­sie­rung in Forst vor­an­trei­ben?
In der gan­zen Stadt wol­len wir frei­es W-LAN. An den Schu­len wer­den wir die Digi­ta­li­sie­rung vor­an­trei­ben und unse­re Jugend­li­chen auf das kom­men­de Zeit­al­ter vor­be­rei­ten. Für älte­re Men­schen brau­chen wir Bera­tungs­an­ge­bo­te. Unse­re Ver­wal­tung soll papier­frei und digi­ta­ler wer­den.

6) Wie möch­ten Sie die Schu­len in Forst unter­stüt­zen?
Ver­ei­ne und Schu­len wer­den enger zusam­men­ar­bei­ten. Die Ein­rich­tun­gen wer­den moder­ni­siert und digi­ta­li­siert. Zudem gilt es Bil­dungs­an­ge­bo­te auch nach der Schul­zeit anzu­bie­ten, damit Jugend­li­che ihre Aus­bil­dung vor Ort been­den und sie somit eine Zukunft in Forst auf­bau­en kön­nen.

7) Was ist die wich­tigs­te Auf­ga­be beim The­ma Zuwan­de­rung?
Die euro­päi­sche Zusam­men­ar­beit bei dem The­ma sowie die kon­se­quen­te Umset­zung gel­ten­den Rechts. Wir sind ein Land der Chan­cen für alle, die durch Leis­tung über­zeu­gen. Aber zur Ehr­lich­keit gehört auch die Umset­zung unse­res Rechts bei denen, die sich nicht an unse­re Geset­ze hal­ten.

8) Was möch­ten Sie gegen Aus­län­der­feind­lich­keit und Ras­sis­mus in Forst unter­neh­men?
Forst ist bunt und das müs­sen wir auch offen nach außen ver­tre­ten. Das Ver­ständ­nis von Demo­kra­tie wird in der Fami­lie sowie Schu­le gelehrt und muss im All­tag gelebt wer­den. Paro­len vom Stamm­tisch begeg­nen wir mit sach­li­cher Debat­te.

9) Wie möch­ten Sie den Wirt­schafts­stand­ort Forst stär­ken?
Forst muss ein digi­ta­les Zen­trum wer­den, zudem brau­chen wir Hoch­schul­stand­or­te und Berufs­schu­len. Mit uns gibt es die Initia­ti­ve „Impuls 2020“, bei der wir durch Wirt­schafts­för­de­rung und Unter­stüt­zung jun­ger Unter­neh­men unse­re Hei­mat zukunfts­fä­hig auch in der Wirt­schaft machen.

10) Was möch­ten Sie gegen den Woh­nungs­leer­stand unter­neh­men?
Durch das Zusam­men­spiel aus Abriss und neu­er Nut­zung. Wir müs­sen unse­rer Stadt ein neu­es Gesicht geben. Als Ort für alters­ge­rech­tes Woh­nen, moder­nen Wohn­kon­zep­ten und als neu­en Vor­ort von Ber­lin durch eine schnel­le Bahn­an­bin­dung.

11) Soll die Stadt auf erneu­er­ba­re oder fos­si­le Ener­gie set­zen? Begrün­den Sie bit­te Ihre Ant­wort.
Per­spek­ti­visch wird Forst mit uns CO2-neu­tral und unab­hän­gig von fos­si­len Ener­gi­en. Dies geschieht aber nicht im Allein­gang, son­dern im Zusam­men­spiel mit den umlie­gen­den Kom­mu­nen und über Lan­des­gren­zen hin­weg. Dabei wol­len wir kei­ne wei­te­re Belas­tung von Fami­li­en und Unter­neh­men.

12) Wie möch­ten Sie die Ver­bin­dun­gen des Per­so­nen­nah­ver­kehrs in Forst, ins­be­son­de­re die Bus­ver­bin­dun­gen, ver­bes­sern?
Uber, Ruf-Bus­se und auto­no­mes Fah­ren gehö­ren auf die poli­ti­sche Agen­da. Dabei set­zen wir auf eine Ver­net­zung der Regi­on, wel­che weit über die Gren­zen unse­rer Stadt geht. Die Metro­po­len Dres­den, Ber­lin und Leip­zig müs­sen außer­dem inner­halb einer Stun­de mit dem Zug erreicht wer­den.

 

 

Wir haben die Spit­zen­kan­di­da­tin und -kan­di­da­ten im Vor­feld der Wahl gebe­ten, sich euch etwas näher vor­zu­stel­len. Dies geschieht in Form eines „Twit­ter-Inter­views“. Sie haben von uns alle die­sel­ben 12 Fra­gen erhal­ten. Ihre Ant­wor­ten durf­ten – wie beim Mikro­blog­ging-Dienst „Twit­ter“ – eine maxi­ma­le Zei­chen­zahl von 280 (inkl. Leer­zei­chen) nicht über­schrei­ten. Die Ver­öf­fent­li­chung erfolgt alpha­be­tisch nach Nach­na­men sor­tiert.

Karma

Ich weiß es noch wie heu­te – ein Tag wie jeder ande­re. Da beschloss ich etwas zu ver­än­dern. Von der Küche auf dem Weg zur Arbeit, über Stein und Sand mit dem Rad. Bei Schmidts Bücher­hand­lung ange­kom­men, die Arbeits­schür­ze über­ge­wor­fen, beob­ach­te ich, wie die Leu­te ein- und aus­ge­hen. Mit oder ohne neu­en Büchern. Die Tür­klin­gel läu­tet, an sich nichts Neu­es. Mein Kopf hebt sich und blickt in das wohl mar­kan­tes­te Gesicht, das ich je gese­hen habe. Schwar­ze locki­ge Haa­re fal­len über sei­ne dun­kel­grü­nen Augen. Total ver­ges­sen, dass ich eigent­lich arbei­ten müss­te, fol­ge ich dem mys­te­riö­sen Mann in die hin­ters­te Ecke, wo sich die Lek­tü­ren über Sozio­lo­gie befin­den. Etwas ver­wirrt begin­ne ich die Rega­le hin­ter ihm zu befül­len, wobei mehr als drei Bücher nicht dabei waren. Der Unbe­kann­te ist unge­fähr 30 cm grö­ßer als ich, was mit mei­nen 1,60 m nicht schwer ist. Mit dem Buch in der Hand ver­lässt er mich schon rela­tiv schnell wie­der, auf dem Weg zur Kas­se. Mein Chef ruft aus dem Lager, dass ich bit­te schnell die Kas­se über­neh­men soll. Mit lang­sa­men Schrit­ten bewe­ge ich mich. Ich begrü­ße den gro­ßen Mann kurz, neh­me ihm das Buch aus der Hand und zie­he es über den Scan­ner. Heu­te wird der Tag sein! Heu­te wer­de ich es schaf­fen, end­lich über mei­nen Schat­ten zu sprin­gen und mich zu ändern…

„Hal­lo „, sage ich vol­ler Eupho­rie. Ein kur­zes Lächeln bekom­me ich zurück sowie das Geld. Ohne eine direk­te Ant­wort, nur mit dem Wech­sel­geld in der Hand, ver­lässt er den Laden. Das war wohl ein Schuss in den Ofen. Mit hän­gen­den Schul­tern bege­be ich mich wie­der in die hin­ters­te Ecke, um die rest­li­chen neu­en Bücher ein­zu­sor­tie­ren. Von Hor­ror bis Fan­ta­sie und neu­en Duden ist alles dabei. Die Zeit ver­geht, die Bücher­sta­pel wer­den klei­ner und in genau 30 Minu­ten habe ich mei­nen ersehn­ten Fei­er­abend. End­lich! Die nächs­ten drei Tage habe ich Urlaub, ein Hoch an die Über­stun­den, die ich fast täg­lich mache. Ohne wei­te­re Zwi­schen­fäl­le ver­las­se ich nach einem kur­zen Abschied das Geschäft, schwin­ge mich auf mein Rad und fah­re geschmei­dig den 10-Minu­ten-Weg nach Hau­se. An der letz­ten Ampel jedoch fährt irgend so ein hirn­lo­ser Mensch bei Rot ein­fach über die Kreu­zung. Fast über­fah­ren und mit hohem Herz­ra­sen stei­ge ich von mei­nem Rad ab und gucke durch die Fens­ter­schei­be des Autos. Dun­kel­grü­ne Augen star­ren mich ent­geis­tert an. Wenn das nicht Kar­ma ist…

 

Jes­si­ca Lat­ze

 

Bild: Pixabay.com.

 

Der Bei­trag ist anläss­lich des 90. Geburts­ta­ges der Fors­ter „Jahn­schu­le“ im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.