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Interview

Schüler von damals - Dr. Dietmar Woidke

Jede Schü­le­rin und jeder Schü­ler der „Jahn­schu­le“ sam­melt ganz per­sön­li­che Erin­ne­run­gen an die Schul­zeit. Zusam­men mit dem Bund der Ehe­ma­li­gen und Freun­des des Gym­na­si­ums Forst e. V. (BdE) möch­ten wir dazu bei­tra­gen, sie zu bewah­ren. Wir freu­en uns sehr, dass Dr. Diet­mar Woid­ke als Ers­ter sei­ne Erin­ne­run­gen an sei­ne Schul­zeit mit uns teilt. Er wur­de 1961 in Naundorf bei Forst gebo­ren und mach­te 1980 sein Abitur.

Wie sah ein nor­ma­ler Schul­tag für Sie aus?
Sicher­lich nicht viel anders als für vie­le Schul­kin­der die heu­te zur Schu­le gehen. Wir hat­ten aber noch am Sams­tag Unter­richt und das war manch­mal gar nicht schön für mich. Und den­noch bin ich immer gern zur Schu­le gegan­gen. Vie­le Unter­richts­fä­cher wie Eng­lisch, Geschich­te oder alle Natur­wis­sen­schaf­ten haben mir Spaß gemacht. Fächer wie Staats­bür­ger­kun­de dage­gen waren nicht meins.

Was für ein Schü­ler waren Sie?
Das müss­ten mei­ne dama­li­gen Leh­rer eigent­lich am bes­ten beant­wor­ten kön­nen. Ich den­ke aber ich war ein ganz guter Schü­ler, wenn auch manch­mal für mei­ne Leh­rer nicht ganz ein­fach. Ich tref­fe mei­ne Leh­re­rin­nen und Leh­rer aber heu­te immer mal wie­der. Da kom­men meist auf bei­den Sei­ten schö­ne Erin­ne­run­gen auf und ich bin immer wie­der stolz dar­auf, was sie mir bei­ge­bracht haben.

Haben Sie vie­le Erin­ne­run­gen an Ihre Zeit, als Sie Schü­ler an der „Jahn­schu­le“ waren? Was ist Ihre schöns­te Erin­ne­rung?
Da fal­len mir sofort die gemein­sa­men Klas­sen­fahr­ten ein. Das war immer eine beson­ders schö­ne Zeit. Aber auch ganz all­ge­mein, war das damals schon eine schö­ne Zeit. Bei uns in der Klas­se gab es eine tol­le Kame­rad­schaft und einen ech­ten Zusam­men­halt. Wenn wir Leh­rern oder Schü­lern aus der Par­al­lel­klas­se Strei­che gespielt haben, haben alle zusam­men­ge­hal­ten und nix ver­ra­ten.

Haben Sie auch weni­ger gute Erin­ne­run­gen an Ihre Schul­zeit? Wel­che sind das?
Heu­te haben Schü­ler mehr Frei­hei­ten. Sie kön­nen sich anzie­hen wie sie möch­ten und sie kön­nen ihre Mei­nung ein­brin­gen. Zu mei­ner Zeit war das etwas anders. Kri­ti­sche Äuße­run­gen hat­ten nicht sel­ten Fol­gen. So stand in mei­nem Zeug­nis „Diet­mar muss sei­ne Ein­stel­lung zur Rol­le eines Kaders über­prü­fen“. Die­ser Satz klingt heu­te harm­los, bedeu­te­te aber für mich, dass mein spä­te­res Stu­di­um gefähr­det war.

Was haben Sie als Jugend­li­cher in Ihrer Frei­zeit gemacht?
Ich bin auf dem Bau­ern­hof mei­ner Groß­el­tern auf­ge­wach­sen und habe in jeder frei­en Minu­te Fuß­ball gespielt. Mein Opa war davon manch­mal schon fast genervt, weil ich so gut wie nie ohne Ball unter­wegs war und die Bäl­le natür­lich auch oft dort lan­de­ten, wo sie eigent­lich nicht hin soll­ten. Spä­ter hör­te ich unwahr­schein­lich gern und viel Musik. Ich habe begon­nen die eng­li­schen Tex­te zu über­set­zen und lern­te so immer bes­ser Eng­lisch.

Was pas­sier­te gera­de in der Welt, als Sie Ihren Schul­ab­schluss gemacht haben?
Das war kei­ne ein­fa­che Zeit. 1978 mar­schier­te die Sowjet­uni­on in Afgha­ni­stan ein. Wolf Bier­mann wur­de aus­ge­bür­gert und vie­le ost­deut­sche Künst­ler folg­ten ihm. In Polen wur­de die Gewerk­schaft Soli­dar­nosc immer stär­ker. Zwei Welt­mäch­te stan­den sich, hoch­ge­rüs­tet mit Atom­waf­fen, gegen­über und ein Krieg droh­te. Das mach­te mir und vie­len ande­ren jun­gen Men­schen größ­te Angst.

Wel­che Plä­ne hat­ten Sie für die Zeit nach der Schu­le, und was wur­de dar­aus?
Ursprüng­lich woll­te ich Vete­ri­när­me­di­zin stu­die­ren. Dafür waren aber zwei Din­ge not­wen­dig: 3 Jah­re Armee und „poli­ti­sche Zuver­läs­sig­keit“. Bei­des fehl­te mir.

Wel­che Aus­bil­dung bzw. wel­ches Stu­di­um haben Sie gemacht?
Ich dach­te mir, wenn ich schon nicht Vete­ri­när­me­di­zi­ner wer­den darf, wer­de ich Agrar­in­ge­nieur. So begann ich 1982 mein Stu­di­um an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät in Ber­lin.

Wer oder was hat Sie bei Ihrer Berufs­wahl am meis­ten beein­flusst, und war­um?
Ganz klar – mei­ne Fami­lie. Ich wuchs mit Tie­ren auf. Mei­ne Groß­el­tern waren Land­wir­te. Ich woll­te schon immer unbe­dingt in die­sem Bereich arbei­ten.

In wel­chem Beruf und in wel­cher Stadt arbei­ten Sie zur­zeit oder haben Sie zuletzt gear­bei­tet?
Seit 2013 bin ich Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des Bran­den­burg. Zuvor war ich Innen­mi­nis­ter in Bran­den­burg und damit unter ande­rem für die Poli­zei und Feu­er­wehr zustän­dig. Der soge­nann­te Dienst­sitz befin­det sich in Pots­dam. Ich bin aber die meis­te Zeit im gan­zen Land Bran­den­burg unter­wegs.

Wel­che drei Din­ge sind Ihnen in Ihrem Leben heu­te am wich­tigs­ten?
Fami­lie, Freun­de und Mensch­lich­keit.

Wel­chen Rat­schlag haben Sie für die heu­ti­gen Schü­le­rin­nen und Schü­ler der „Jahn­schu­le“?
Mischt Euch ein und nutzt Eure demo­kra­ti­schen Rech­te, denn Demo­kra­tie ist kost­bar. Es ist wich­tig, sich mit den The­men der Gesell­schaft aus­ein­an­der­zu­set­zen und mit­zu­ge­stal­ten. Erhebt Eure Stim­me und gebt Eure Stim­me ab bei Wah­len. Oder kan­di­diert selbst: Für Auf­ga­ben in der Schu­le, als Spre­cher im Sport­ver­ein oder irgend­wann in der Poli­tik.

 

Hin­weis: Die Fors­ter „Jahn­schu­le“ wird in die­sem Jahr 90. Aus die­sem Anlass lädt der BdE am 4. Mai um 18.30 Uhr in den „Fors­ter Hof“ (Cott­bu­ser Str. 24, 03149 Forst) ein, um mit mög­lichst vie­len Ehe­ma­li­gen zu fei­ern, mit (Sport-)Schülerinnen und -schü­lern, Leh­re­rin­nen und Leh­rern, Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten sowie Ober­schü­le­rin­nen und -schü­lern. Ver­bind­li­che Anmel­dun­gen zum Ehe­ma­li­gen­tref­fen sind noch bis zum 29. März 2019 mög­lich.

Mischt euch ein! - Harald Altekrüger im Interview

Harald Alte­krü­ger (CDU) hat am 6. Mai 2018 die Stich­wahl gegen Stef­fen Kubitz­ki (AfD) um das Amt des Land­ra­tes des Land­krei­ses Spree-Nei­ße klar gewon­nen. Er macht die­sen Job bereits seit 2010 und wird unse­ren Land­kreis nun auch die nächs­ten acht Jah­re ver­wal­ten. Über sei­ne Arbeit berich­tet er in sei­nem Land­rats­blog.

Wir haben ihm eini­ge Fra­gen gestellt, um ihn euch etwas näher vor­zu­stel­len.

Wie schon die Kan­di­da­tin und die Kan­di­da­ten zur Bürgermeister/inwahl in Forst durf­ten sei­ne Ant­wor­ten wie beim Mikro­blog­ging-Dienst „Twit­ter“ eine maxi­ma­le Zei­chen­zahl von 280 (inkl. Leer­zei­chen) nicht über­schrei­ten.

1) Wie waren Sie in der Schu­le?
Ab der 7. Klas­se gehör­te ich zu den guten Schü­lern.

2) Wel­ches Unter­richts­fach moch­ten Sie am liebs­ten? Und wel­ches nicht?
Am meis­ten moch­te ich Astro­no­mie und Geschich­te. Mit Che­mie hin­ge­gen konn­te ich am wenigs­ten anfan­gen.

3) Wel­che Hob­bys hat­ten Sie als Jugend­li­cher, und wel­che haben Sie heu­te?
Als Jugend­li­cher habe ich unter ande­rem Brief­mar­ken gesam­melt. Die Lei­den­schaft des Sam­melns habe ich mir bis heu­te erhal­ten, denn seit eini­ger Zeit erar­bei­te ich die Dorf­chro­nik von Koschen­dorf, bei der es ja auch um das Sam­meln und Sich­ten von Daten geht.

4) Wel­che Medi­en nut­zen Sie?
Vor allem die klas­si­schen Medi­en, wie die Zei­tung „Lau­sit­zer Rund­schau”, das Radio und den Fern­se­her, aber auch neue Medi­en, wie mein Smart­pho­ne und iPad.

5) Was ist Ihr Lebens­mot­to?
Posi­tiv den­ken, Pro­ble­me lösungs­ori­en­tiert ange­hen und kon­sens­ori­en­tiert han­deln.

6) War­um sind Sie Poli­ti­ker gewor­den?
Das lief nicht ganz ohne Zufall ab, denn erst als sich bei uns im Dorf nie­mand zur Wahl stel­len und etwas bewe­gen woll­te, habe ich ange­fan­gen mich zu enga­gie­ren, um die Gestal­tung unse­res Ortes vor­an­zu­brin­gen.

7) Wie wür­den Sie Ihren Beruf in einem Wort cha­rak­te­ri­sie­ren? War­um?
For­dernd. Ich lei­te eine Behör­de mit 1.000 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern und tra­ge Ver­ant­wor­tung für rund 117.000 Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Land­kreis.

8) Was sehen Sie als Ihre Haupt­auf­ga­be?
Die Füh­rung des Ver­wal­tungs­per­so­nals und die Umset­zung der Kreis­po­li­tik.

9) Was war Ihr schöns­tes Erleb­nis wäh­rend des Wahl­kamp­fes (abge­se­hen vom Wahl­sieg)?
Die vie­len direk­ten Gesprä­che mit den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. Die­se suche ich natür­lich auch sonst bei mei­nen zahl­rei­chen Ter­mi­nen im Kreis, aber im Wahl­kampf ist das Gan­ze immer noch ein Stück weit inten­si­ver.

10) Was hat bei Ihnen in den nächs­ten drei Mona­ten Prio­ri­tät?
Das The­ma Bil­dung, vor allem die Errich­tung einer wei­ter­füh­ren­den Schu­le im süd­west­li­chen Teil unse­res Land­krei­ses und die voll­stän­di­ge Digi­ta­li­sie­rung aller kreis­li­chen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen.

11) Wie möch­ten Sie ein viel­fäl­ti­ges, gewalt­frei­es und demo­kra­ti­sches Mit­ein­an­der im Land­kreis Spree-Nei­ße för­dern?
Indem ich die­se Prin­zi­pi­en zum einen als Land­rat selbst vor­le­be und indem ich zum ande­ren ent­spre­chen­de Pro­jek­te und Insti­tu­tio­nen unter­stüt­ze, die ein sol­ches Mit­ein­an­der in unse­rer Gesell­schaft aktiv för­dern.

12) Ver­voll­stän­di­gen Sie bit­te den Satz: Kin­dern und Jugend­li­chen woll­te ich schon immer mal
sagen...

...dass sie sich ein­mi­schen sol­len.

13) Ver­voll­stän­di­gen Sie bit­te den Satz: Mein größ­ter Wunsch ist...
...dass unser Kreis für alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auch in Zukunft in allen Berei­chen gut auf­ge­stellt ist, bes­te Lebens­be­din­gun­gen vor­hält und dass sich unse­re Jugend - dazu gehö­ren auch und vor allem Sie, lie­be Schü­le­rin­nen und Schü­ler - aktiv dabei ein­bringt.

 

Bei­trags­bild: Harald Alte­krü­ger © Land­kreis Spree-Nei­ße, Pres­se­stel­le

„Nein, ich glaube, die Demokratie befindet sich derzeit nicht in einer Krise.“ - Interview mit Florian Engels (Teil 4)

Abschlie­ßend haben wir mit Flo­ri­an Engels über die Demo­kra­tie in Deutsch­land gespro­chen. Wir haben ihn auch gefragt, wie er die Lage der Geflüch­te­ten in Bran­den­burg und den Stand der Inte­gra­ti­on ein­schätzt - nach den Mes­ser­at­ta­cken von syri­schen Jugend­li­chen in Cott­bus. Am inter­es­san­tes­ten fan­den wir sei­ne Mei­nung zur AfD.

Ber­tas Blog: Wie den­ken Sie über Kin­der­rech­te in Deutsch­land?

Flo­ri­an Engels: Mit der Geburt ist jeder Mensch gleich, egal ob er in Ban­gla­desch, im Sene­gal, in Deutsch­land, in Forst oder in Cott­bus gebo­ren ist. Er hat das Recht, ein frei­er Mensch zu sein, dem kei­ne Gewalt ange­tan wer­den darf. Das ist ein Grund­satz. Zu den Kin­der­rech­ten gibt es eine UN-Kon­ven­ti­on. Es gibt auch Über­le­gun­gen, sie in das Grund­ge­setz auf­zu­neh­men. Ob sich die Situa­ti­on für Kin­der in Deutsch­land ver­bes­sern wür­de, wenn Kin­der­rech­te in die Ver­fas­sung kämen, weiß ich nicht ganz genau, weil Men­schen­rech­te, die auch Kin­der­rech­te sind, schon im Grund­ge­setz garan­tiert wer­den. Mit den Rech­ten sind auch Pflich­ten ver­bun­den. Das gilt für Kin­der wie für Erwach­se­ne. Es gibt für Kin­der kei­ne unein­ge­schränk­ten Rech­te. Ihre Frei­heits­rech­te wer­den durch gesell­schaft­li­che Ver­ein­ba­run­gen – zum Bei­spiel Geset­ze – begrenzt, z. B. dass Kin­der zur Schu­le gehen müs­sen. In man­chen Staa­ten Asi­ens ist z. B. Kin­der­ar­beit rech­tens. Das ist für uns über­haupt nicht rech­tens. Aber wir kön­nen für die Kin­der dort etwas tun, z. B. nur Waren kau­fen, die nicht aus Kin­der­ar­beit kom­men oder einen „fair trade“-Siegel haben.

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„Florian, nimm die Brille ab.“ - Interview mit Florian Engels (Teil 3)

Zum The­ma „Bil­dung” haben wir Flo­ri­an Engels auch ver­schie­de­ne Fra­gen gestellt, z. B. ob sich die Bil­dung in Bay­ern von der Bil­dung in Bran­den­burg unter­schei­det. Und wie sieht er die Schu­len in 100 Jah­ren? Lest selbst.

Ber­tas Blog: Wie hat sich Ihrer Mei­nung nach die Bil­dung im Ver­gleich zu frü­her ver­än­dert?

Flo­ri­an Engels: Was heißt frü­her?

Ber­tas Blog: Im Ver­gleich zu Ihrer Kind­heit.

Flo­ri­an Engels: Dar­über habe ich durch Zufall heu­te Mor­gen nach­ge­dacht. Als die Leh­re­rin in mei­ner Grund­schu­le den Klas­sen­raum betrat, muss­ten wir alle auf­ste­hen. „Guten Mor­gen, Frau Leh­re­rin.“ Das war spä­ter natür­lich ganz anders.

Da ich heu­te nicht mehr Schü­ler bin, kann es nicht wirk­lich beur­tei­len. Von mei­nem Ein­druck her ist es so, dass die Schü­ler mög­li­cher­wei­se durch die sozia­len Medi­en sehr stark abge­lenkt sind. Aber eigent­lich sind es wohl kei­ne gro­ßen Unter­schie­de: Schü­ler fin­den Schu­le toll oder doof – auch abhän­gig von den Leh­rern. Man­che fin­det man groß­ar­tig, man­che weni­ger. Es ist immer ent­schei­dend, wie Leh­rer ein The­ma prä­sen­tie­ren und Schü­ler begeis­tern kön­nen. Dann kann man auch rich­tig Lust auf die Schu­le haben. Das war zu mei­ner Zeit nicht anders. Zum Bei­spiel hat­te ich ab der 11. Klas­se einen groß­ar­ti­gen Deutsch­leh­rer, der mei­nen Lebens­lauf und mei­ne Inter­es­sen ent­schei­dend und posi­tiv beein­flusst hat. In der Mit­tel­stu­fe hat­te ich Mathe­leh­rer, da woll­te ich nur davon lau­fen. Einer hat im Unter­richt gesagt: „Flo­ri­an, nimm die Bril­le ab“ und hat mir eine run­ter­ge­hau­en. Wahr­schein­lich war ich zu frech.

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„Spannend-vielfältig-schön-jeden-Tag” - Interview mit Florian Engels (Teil 2)

„Vom Schul­re­por­ter zum Regie­rungs­spre­cher Bran­den­burgs” - das beschreibt den zwei­ten Teil unse­res Inter­views mit Flo­ri­an Engels sehr gut. In sei­ner Schul­zeit war er bei einer Schü­ler­zei­tung, spä­ter wur­de er Jour­na­list. Danach wur­de Herr Engels sogar Pres­se­spre­cher und heu­te ist er Regie­rungs­spre­cher. Und wie wür­de er sei­nen Beruf in einem Wort cha­rak­te­ri­sie­ren? Lest selbst.

Ber­tas Blog: War­um sind Sie Jour­na­list gewor­den?

Flo­ri­an Engels: Zum einen habe ich sehr früh ange­fan­gen nicht Bücher, son­dern Zei­tun­gen zu lesen. Zei­tun­gen fand ich immer irre. Es gibt von mir Bil­der als Kind, auf denen ich eine Zei­tung in der Hand hal­te; als sechs- oder sie­ben­jäh­ri­ger, als ich noch gar nicht rich­tig lesen konn­te. Wahr­schein­lich habe ich mir die Bil­der dar­in ange­schaut. Und zum ande­ren habe ich mich in der Schu­le schon um eini­ges geküm­mert. Ich war auch mal Schü­ler­spre­cher, weil mich das sozia­le Leben, die Gemein­schaft, immer inter­es­siert hat und ich etwas dafür tun woll­te. Dazu hat bei uns auch eine Schü­ler­zei­tung gehört, die ich zusam­men mit ande­ren gemacht habe. Kei­ne Ahnung, wie alt ich da gewe­sen bin, drei­zehn oder so. Ich habe zudem foto­gra­fiert, was mir auch immer Spaß gemacht hat und bin viel gereist. Und dadurch kam das ein­fach so. Es ist bei vie­len Jour­na­lis­ten der Fall, dass sie mal für eine Schü­ler­zei­tung gear­bei­tet haben. Wer Schü­ler­zei­tun­gen macht, inter­es­siert sich für die Öffent­lich­keit, schreibt über Din­ge, die gesche­hen. Das ist eine ganz gute Grund­la­ge für den Jour­na­lis­mus. Dazu gehört unbe­dingt auch: Neu­gier, Lust an der Spra­che, Lust zu schrei­ben, Lust etwas aus­zu­drü­cken und dar­zu­stel­len. Und ich freue mich, dass mich mei­ne Eltern auf dem Weg immer unter­stützt haben.

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„Und plötzlich ruft jemand ‚Muck’.” - Interview mit Florian Engels (Teil 1)

Flo­ri­an Engels arbei­tet als Regie­rungs­spre­cher im Land Bran­den­burg. Wäh­rend der Pro­jekt­wo­che am Fried­rich-Lud­wig-Jahn-Gym­na­si­um hat er mit uns über sei­ne Schul­zeit, sei­ne Fami­lie, sei­ne drei­mo­na­ti­ge Zeit im Gefäng­nis in der DDR, sei­nen Beruf, über das The­ma „Bil­dung” und über die Demo­kra­tie in Deutsch­land gespro­chen. Den ers­ten Teil unse­res Inter­views könnt ihr nun hier lesen.

Ber­tas Blog: Wie waren Sie in der Schu­le?

Flo­ri­an Engels: Kommt aufs Fach an. Im Sport war ich ganz gut. In Mathe war ich anfangs auch ganz ordent­lich, aber als es in Rich­tung Abitur gegan­gen ist, ging es steil abwärts. Ich kom­me aus West­deutsch­land – aus Bay­ern – und war dort in einer Grund­schu­le. Wir Jungs muss­ten damals auch Häkeln ler­nen. Ich weiß nicht, ob Jungs das heu­te auch noch machen müs­sen. Aber in Häkeln war ich wirk­lich schlecht. In Geo­gra­fie habe ich gute Noten bekom­men. Ich hat­te auch Latein im Gym­na­si­um. Damit habe ich mich sehr schwer getan. Ich mer­ke aber jetzt im Nach­hin­ein, dass mir die­ses Latein spä­ter unglaub­lich gehol­fen hat, um ande­re Spra­chen zu ler­nen, z. B. Fran­zö­sisch oder Spa­nisch, weil vie­le Spra­chen einen Bezug zum Latei­ni­schen haben. Ich habe Latein nicht gemocht. Es ist jedoch ganz hilf­reich, auch wenn man es in der sieb­ten Klas­se – beim Voka­bel­ler­nen – viel­leicht nicht ein­se­hen will.

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Vom Schulreporter zum Regierungssprecher

Heu­te hat­ten wir Jugend­re­por­ter abschlie­ßend ein Inter­view mit Flo­ri­an Engels, unser Regie­rungs­spre­cher in Bran­den­burg. Das Inter­view war so auf­ge­baut, dass wir unse­re Fra­gen an ihn in 4 The­men geglie­dert haben. Und zwar in Bio­gra­fie, Beruf, Bil­dung und Demo­kra­tie. Zum The­ma „Bio­gra­fie” haben wir ihn ver­schie­de­ne Fra­gen gestellt, z. B. wie alt sei­ne zwei Kin­der sei­en - wor­auf er mit 15 und 18 ant­wor­te­te -, und zu einem ande­ren sehr inter­es­san­ten The­ma: sei­ne drei­mo­na­ti­ge Zeit im Gefäng­nis in der DDR. Herr Engels sag­te, dass die­se Zeit für ihn sehr emo­tio­nal war. Das konn­ten wir ihm auch anmer­ken, als er erzähl­te, wie er frei­ge­kom­men ist und er mit sei­nem Vater wie­der nach Bay­ern fuhr, wo er damals leb­te.

„Vom Schul­re­por­ter zum Regie­rungs­spre­cher Bran­den­burgs” - das beschreibt das nächs­te The­ma „Beruf” sehr gut. In sei­ner Schul­zeit war er bei einer Schü­ler­zei­tung, spä­ter wur­de er Jour­na­list - sein Berufs­wunsch. Danach wur­de Herr Engels sogar Pres­se­spre­cher und heu­te ist er Regie­rungs­spre­cher. Er wür­de sei­nen Beruf mit dem Wort „span­nend” beschrei­ben.

Zum The­ma „Bil­dung” haben wir ihm auch ver­schie­de­ne Fra­gen gestellt, z. B. ob sich die Bil­dung in Bay­ern von der Bil­dung in Bran­den­burg unter­schei­det, wor­auf er mit „nicht stark” ant­wor­te­te. Herr Engels sag­te aber, dass er dies nicht wirk­lich ein­schät­zen kön­ne, da er in Bran­den­burg nicht zur Schu­le ging. Jedoch kam er zum Ent­schluss, die Bil­dung in Bay­ern sei straf­fer und stren­ger auf­ge­baut; der Druck auf die Schü­ler sei dort höher. Und wie unter­schei­det sich die dama­li­ge Bil­dung zur heu­ti­gen? Er mein­te, sie habe sich nicht stark geän­dert, abge­se­hen von der Digi­ta­li­sie­rung. Als Jugend­li­cher hät­te er nicht gedacht, dass es irgend­wann mal Smart­pho­nes geben wür­de.

Kom­men wir zum The­ma „Demo­kra­tie”. Am inter­es­san­tes­ten fan­den wir sei­ne Mei­nung zur AfD. Herr Engels mein­te, dass sich Deutsch­land trotz der Wahl­er­fol­ge der Par­tei in kei­ner Kri­se befin­det. Er hal­te es auch für falsch zu sagen, wer die AfD wählt, sei ein Nazi.

 

Caro Hein­zig & Nel­ly Roß­mann

 

Das Inter­view wur­de von Caro Hein­zig, Vivi­an Heß­lich, Anna Krautz, Leni-Sophie Kurz­hals, Lau­ri­ne Mer­both, Paul Rich­ter, Nel­ly Roß­mann, Timo Stan­zel, Lisa Vogel und Leon Wie­sch­nath durch­ge­führt. Ihr könnt es dem­nächst bei Ber­tas Blog im voll­stän­di­gen Wort­laut nach­le­sen.

Die Mühlen der Bürokratie - Ein Interview mit der Integrations- und Behindertenbeauftragten Annett Noack

Am 02.03.2017 hat­ten wir Annett Noack bei uns zu Besuch. Sie ist 42 Jah­re alt und hat 2 Kin­der. Frau Noack hat Sozi­al­päd­ago­gik stu­diert und arbei­tet nun im Land­kreis als Inte­gra­ti­ons- und Behin­der­ten­be­auf­trag­te. Bei unse­rem Inter­view haben wir sie als ers­tes auf die Abschie­bung von Asyl­be­wer­bern ange­spro­chen. Sie woll­te uns, bevor sie auf die­ses The­ma ein­geht, einen gro­ben Ein­blick davon geben, was vor der Abschie­bung pas­siert. Die 42jährige berich­te­te, dass die Asyl­be­wer­ber sich als ers­tes beim Staat mel­den müs­sen (Eisen­hüt­ten­stadt) und dort kön­nen sie dann Asyl bean­tra­gen. Von dort aus wer­den sie dann in die Kom­mu­nen geschickt. Da die Fami­li­en einem Land­kreis zuge­ord­net wur­den, wer­den die Kin­der schul­pflich­tig. Wäh­rend­des­sen läuft das Asyl­ver­fah­ren wei­ter. Nach einer gewis­sen Zeit wer­den die Fami­li­en ein­ge­la­den um zu schil­dern, war­um sie geflo­hen sind. Danach wird geprüft, ob sie die Wahr­heit sagen. Nach 3 Mona­ten bis 2 Jah­ren kriegt man dann den Ableh­nungs­be­scheid, wenn die Grün­de nicht aner­kannt wer­den. Der Abschie­bungs­be­scheid erfolgt, wenn die Fami­li­en nicht von selbst abge­reist sind, da sie ja extra hier­her gekom­men sind und eine Flucht pro Per­son ca. 6.000 – 8.000 Euro kos­tet. Der Land­kreis hat kei­nen Ein­fluss auf den Abschie­bungs­be­scheid. Wenn sie es nicht akzep­tie­ren, gibt es eine Här­te­fall­kom­mis­si­on. Der Bran­den­bur­gi­sche Innen­mi­nis­ter (Herr Schrö­ter) bestimmt, ob sie blei­ben kön­nen. Wei­ter­le­sen