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Journalismus

Schnelle und praktische Recherche von Fakten

Wir nah­men am 25. April 2018 an einem lehr­rei­chen Work­shop teil. Die­ser Work­shop wur­de von der Jour­na­lis­tin Chris­tin Ihle­feldt aus Ber­lin mit uns durch­ge­führt. Am Anfang spra­chen wir über unse­re eige­ne Medi­en­nut­zung, danach recher­chier­ten wir ver­schie­de­ne Begrif­fe und Fra­gen, wie zum Bei­spiel den Pres­se­ko­dex oder wie vie­le Ein­woh­ner Forst hat, etc. Uns wur­de erklärt, wie wich­tig der Jour­na­lis­mus ist, und wel­che Auf­ga­ben man in die­sem Beruf zu erle­di­gen hat. Eben­falls wur­den uns siche­re Quel­len emp­foh­len, die infor­ma­tiv und seri­ös sind, wie zum Bei­spiel die Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung, Cor­rec­tiv, ARD Fak­ten­fin­der, Mimi­ka­ma und vie­le wei­te­re. Zum Abschluss unse­res Work­shops recher­chier­ten wir in klei­nen Grup­pen zu den The­men Fake News und Ver­schwö­rungs­theo­ri­en.

Die 90 Minu­ten waren sehr inter­es­sant und wis­sens­wert für uns. Wir bedan­ken uns bei Frau Ihle­feldt für die lehr­rei­che Zeit.

 

Estel­le Thie­le & Seli­na Grieß­bach

„Nein, ich glaube, die Demokratie befindet sich derzeit nicht in einer Krise.“ - Interview mit Florian Engels (Teil 4)

Abschlie­ßend haben wir mit Flo­ri­an Engels über die Demo­kra­tie in Deutsch­land gespro­chen. Wir haben ihn auch gefragt, wie er die Lage der Geflüch­te­ten in Bran­den­burg und den Stand der Inte­gra­ti­on ein­schätzt - nach den Mes­ser­at­ta­cken von syri­schen Jugend­li­chen in Cott­bus. Am inter­es­san­tes­ten fan­den wir sei­ne Mei­nung zur AfD.

Ber­tas Blog: Wie den­ken Sie über Kin­der­rech­te in Deutsch­land?

Flo­ri­an Engels: Mit der Geburt ist jeder Mensch gleich, egal ob er in Ban­gla­desch, im Sene­gal, in Deutsch­land, in Forst oder in Cott­bus gebo­ren ist. Er hat das Recht, ein frei­er Mensch zu sein, dem kei­ne Gewalt ange­tan wer­den darf. Das ist ein Grund­satz. Zu den Kin­der­rech­ten gibt es eine UN-Kon­ven­ti­on. Es gibt auch Über­le­gun­gen, sie in das Grund­ge­setz auf­zu­neh­men. Ob sich die Situa­ti­on für Kin­der in Deutsch­land ver­bes­sern wür­de, wenn Kin­der­rech­te in die Ver­fas­sung kämen, weiß ich nicht ganz genau, weil Men­schen­rech­te, die auch Kin­der­rech­te sind, schon im Grund­ge­setz garan­tiert wer­den. Mit den Rech­ten sind auch Pflich­ten ver­bun­den. Das gilt für Kin­der wie für Erwach­se­ne. Es gibt für Kin­der kei­ne unein­ge­schränk­ten Rech­te. Ihre Frei­heits­rech­te wer­den durch gesell­schaft­li­che Ver­ein­ba­run­gen – zum Bei­spiel Geset­ze – begrenzt, z. B. dass Kin­der zur Schu­le gehen müs­sen. In man­chen Staa­ten Asi­ens ist z. B. Kin­der­ar­beit rech­tens. Das ist für uns über­haupt nicht rech­tens. Aber wir kön­nen für die Kin­der dort etwas tun, z. B. nur Waren kau­fen, die nicht aus Kin­der­ar­beit kom­men oder einen „fair trade“-Siegel haben.

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„Florian, nimm die Brille ab.“ - Interview mit Florian Engels (Teil 3)

Zum The­ma „Bil­dung” haben wir Flo­ri­an Engels auch ver­schie­de­ne Fra­gen gestellt, z. B. ob sich die Bil­dung in Bay­ern von der Bil­dung in Bran­den­burg unter­schei­det. Und wie sieht er die Schu­len in 100 Jah­ren? Lest selbst.

Ber­tas Blog: Wie hat sich Ihrer Mei­nung nach die Bil­dung im Ver­gleich zu frü­her ver­än­dert?

Flo­ri­an Engels: Was heißt frü­her?

Ber­tas Blog: Im Ver­gleich zu Ihrer Kind­heit.

Flo­ri­an Engels: Dar­über habe ich durch Zufall heu­te Mor­gen nach­ge­dacht. Als die Leh­re­rin in mei­ner Grund­schu­le den Klas­sen­raum betrat, muss­ten wir alle auf­ste­hen. „Guten Mor­gen, Frau Leh­re­rin.“ Das war spä­ter natür­lich ganz anders.

Da ich heu­te nicht mehr Schü­ler bin, kann es nicht wirk­lich beur­tei­len. Von mei­nem Ein­druck her ist es so, dass die Schü­ler mög­li­cher­wei­se durch die sozia­len Medi­en sehr stark abge­lenkt sind. Aber eigent­lich sind es wohl kei­ne gro­ßen Unter­schie­de: Schü­ler fin­den Schu­le toll oder doof – auch abhän­gig von den Leh­rern. Man­che fin­det man groß­ar­tig, man­che weni­ger. Es ist immer ent­schei­dend, wie Leh­rer ein The­ma prä­sen­tie­ren und Schü­ler begeis­tern kön­nen. Dann kann man auch rich­tig Lust auf die Schu­le haben. Das war zu mei­ner Zeit nicht anders. Zum Bei­spiel hat­te ich ab der 11. Klas­se einen groß­ar­ti­gen Deutsch­leh­rer, der mei­nen Lebens­lauf und mei­ne Inter­es­sen ent­schei­dend und posi­tiv beein­flusst hat. In der Mit­tel­stu­fe hat­te ich Mathe­leh­rer, da woll­te ich nur davon lau­fen. Einer hat im Unter­richt gesagt: „Flo­ri­an, nimm die Bril­le ab“ und hat mir eine run­ter­ge­hau­en. Wahr­schein­lich war ich zu frech.

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„Spannend-vielfältig-schön-jeden-Tag” - Interview mit Florian Engels (Teil 2)

„Vom Schul­re­por­ter zum Regie­rungs­spre­cher Bran­den­burgs” - das beschreibt den zwei­ten Teil unse­res Inter­views mit Flo­ri­an Engels sehr gut. In sei­ner Schul­zeit war er bei einer Schü­ler­zei­tung, spä­ter wur­de er Jour­na­list. Danach wur­de Herr Engels sogar Pres­se­spre­cher und heu­te ist er Regie­rungs­spre­cher. Und wie wür­de er sei­nen Beruf in einem Wort cha­rak­te­ri­sie­ren? Lest selbst.

Ber­tas Blog: War­um sind Sie Jour­na­list gewor­den?

Flo­ri­an Engels: Zum einen habe ich sehr früh ange­fan­gen nicht Bücher, son­dern Zei­tun­gen zu lesen. Zei­tun­gen fand ich immer irre. Es gibt von mir Bil­der als Kind, auf denen ich eine Zei­tung in der Hand hal­te; als sechs- oder sie­ben­jäh­ri­ger, als ich noch gar nicht rich­tig lesen konn­te. Wahr­schein­lich habe ich mir die Bil­der dar­in ange­schaut. Und zum ande­ren habe ich mich in der Schu­le schon um eini­ges geküm­mert. Ich war auch mal Schü­ler­spre­cher, weil mich das sozia­le Leben, die Gemein­schaft, immer inter­es­siert hat und ich etwas dafür tun woll­te. Dazu hat bei uns auch eine Schü­ler­zei­tung gehört, die ich zusam­men mit ande­ren gemacht habe. Kei­ne Ahnung, wie alt ich da gewe­sen bin, drei­zehn oder so. Ich habe zudem foto­gra­fiert, was mir auch immer Spaß gemacht hat und bin viel gereist. Und dadurch kam das ein­fach so. Es ist bei vie­len Jour­na­lis­ten der Fall, dass sie mal für eine Schü­ler­zei­tung gear­bei­tet haben. Wer Schü­ler­zei­tun­gen macht, inter­es­siert sich für die Öffent­lich­keit, schreibt über Din­ge, die gesche­hen. Das ist eine ganz gute Grund­la­ge für den Jour­na­lis­mus. Dazu gehört unbe­dingt auch: Neu­gier, Lust an der Spra­che, Lust zu schrei­ben, Lust etwas aus­zu­drü­cken und dar­zu­stel­len. Und ich freue mich, dass mich mei­ne Eltern auf dem Weg immer unter­stützt haben.

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„Und plötzlich ruft jemand ‚Muck’.” - Interview mit Florian Engels (Teil 1)

Flo­ri­an Engels arbei­tet als Regie­rungs­spre­cher im Land Bran­den­burg. Wäh­rend der Pro­jekt­wo­che am Fried­rich-Lud­wig-Jahn-Gym­na­si­um hat er mit uns über sei­ne Schul­zeit, sei­ne Fami­lie, sei­ne drei­mo­na­ti­ge Zeit im Gefäng­nis in der DDR, sei­nen Beruf, über das The­ma „Bil­dung” und über die Demo­kra­tie in Deutsch­land gespro­chen. Den ers­ten Teil unse­res Inter­views könnt ihr nun hier lesen.

Ber­tas Blog: Wie waren Sie in der Schu­le?

Flo­ri­an Engels: Kommt aufs Fach an. Im Sport war ich ganz gut. In Mathe war ich anfangs auch ganz ordent­lich, aber als es in Rich­tung Abitur gegan­gen ist, ging es steil abwärts. Ich kom­me aus West­deutsch­land – aus Bay­ern – und war dort in einer Grund­schu­le. Wir Jungs muss­ten damals auch Häkeln ler­nen. Ich weiß nicht, ob Jungs das heu­te auch noch machen müs­sen. Aber in Häkeln war ich wirk­lich schlecht. In Geo­gra­fie habe ich gute Noten bekom­men. Ich hat­te auch Latein im Gym­na­si­um. Damit habe ich mich sehr schwer getan. Ich mer­ke aber jetzt im Nach­hin­ein, dass mir die­ses Latein spä­ter unglaub­lich gehol­fen hat, um ande­re Spra­chen zu ler­nen, z. B. Fran­zö­sisch oder Spa­nisch, weil vie­le Spra­chen einen Bezug zum Latei­ni­schen haben. Ich habe Latein nicht gemocht. Es ist jedoch ganz hilf­reich, auch wenn man es in der sieb­ten Klas­se – beim Voka­bel­ler­nen – viel­leicht nicht ein­se­hen will.

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