Vom Grabstein zur E-Gitarre – Vorurteile über Goths und Metalheads

Sobald das Wort „Goth” fällt, haben die meis­ten Leu­te sofort ein Bild im Kopf: eine Per­son, die sich schwarz anzieht, vom Tod beses­sen ist und im schlimms­ten Fall sogar sui­zid­ge­fähr­det. Die­ses glei­che Phä­no­men fin­det sich beim Metalhead wie­der: Er sei aggres­siv und ein Sata­nist. Natür­lich sind dies alles nur Kli­schees, aber was steckt tat­säch­lich dahin­ter?

Bei dem Metalhead fängt es schon an: Für vie­le ist es wahr­schein­lich ein­fach nur Musik, in der viel Gekrei­sche und ver­zerr­te Gitar­ren zu hören sind. Dabei steckt viel mehr dahin­ter, als nur das. So han­deln die bru­ta­len und teils ver­stö­ren­den Tex­te von Bands wie KoRn oder Slip­knot eigent­lich von Erfah­run­gen, wel­che die Mit­glie­der oder der Sän­ger bereits durch­ma­chen muss­ten.

Zum Bei­spiel besteht der Text von KoRns Lied „K@#*%!” nur aus unschö­nen Wör­tern und Belei­di­gun­gen. Dabei soll es ein Pro­test gegen die Zen­sur im Radio und das, was Sän­ger Jona­than Davis schon immer zu vie­len sagen woll­te, sein. Da wäre die Fra­ge mit den Metalheads schon geklärt. Aber wie sieht es mit der Gothic-Sze­ne aus?

Hier wird schon ein ande­rer Ton ange­schla­gen. Eine Per­son, wel­che die­se Musik zum ers­ten Mal hört, denkt sich wahr­schein­lich nur, dass es über­trie­ben düs­ter ist. Auch hier wol­len die Künst­ler ihre Gedan­ken und Gefüh­le aus­drü­cken, auch wenn die­se fins­ter sind. Grup­pen wie The Cure oder L’Âme Immor­tel­le spie­geln genau das mit mor­bi­den The­men wie­der.

Dazu gibt es wie­der ein Bei­spiel, dies­mal anhand eines Text­aus­zugs aus The Cures „A Forest“:

„I hear her voice
Cal­ling my name
The sound is deep
In the dark
I hear her voice
And start to run
Into the trees”

Über­setzt bedeu­ten die­se Zei­len so viel wie: „Ich höre ihre Stim­me, die mei­nen Namen ruft, der Ton ist tief, im Dunk­len, ich höre ihre Stim­me, und fan­ge an zu ren­nen, in die Bäu­me” und sehen auf den ers­ten Blick zwar sehr wirr aus, haben aber eine Bedeu­tung. Sän­ger der Band, Robert Smith, sang in die­sem Lied über einen Traum, den er als Kind sehr oft hat­te.

Den­noch besteht der Fokus der Goth-Sze­ne dar­in, die Angst vor dem Tod zu ver­lie­ren. Dies wird oft als Beses­sen­heit abge­tan, obwohl die Leu­te die­ser Grup­pe ein­fach nur neu­gie­rig dar­über sind, was nach dem Tod kommt, oder wie­so man sich davor über­haupt fürch­tet. Abge­se­hen davon fin­den die­se Leu­te natür­lich auch die Schön­heit in den dunk­len Tei­len die­ser Welt, obwohl es lei­der mit ernst­zu­neh­men­den psy­chi­schen Erkran­kun­gen wie Depres­sio­nen von Außen­ste­hen­den ver­wech­selt wird.

Wenn das Inter­es­se an dem The­ma noch besteht, ver­lin­ke ich hier ein­fach eini­ge mei­ner Favo­ri­ten die­ser 2 Musik­rich­tun­gen:

Sioux­sie And The BansheesHap­py Hou­se
Bau­hausBela Lugosi’s Dead
Oomph!Laby­rinth
Goji­ra L’Enfant Sau­va­ge

 

Ali­ne Wenz­ke

 

(Der Bei­trag ist im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.)