Wenn sich pubertierende Elftklässler in seriöse Politiker verwandeln - EUROPER Tag 2

Am Don­ner­tag, dem zwei­ten Pro­jekt­tag, ging es ans Ein­ge­mach­te: In einem Plan­spiel lern­ten die Schü­ler, wie poli­ti­sche Ent­schei­dungs­pro­zes­se und die Gesetz­ge­bung in der EU ablau­fen, indem sie sie selbst durch­führ­ten und ihre Kennt­nis­se vom ers­ten Pro­jekt­tags anwen­de­ten. Ziel war ein „ordent­li­ches Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren“.

Das The­ma Asyl­po­li­tik ist immer hoch­ak­tu­ell. Vie­le EU-Rege­lun­gen müs­sen an die neu­en Gege­ben­hei­ten ange­passt wer­den. Wo sol­len Asyl­be­wer­ber unter­ge­bracht wer­den und ab wann dür­fen sie einer Arbeit nach­ge­hen? Die­se Fra­gen galt es im Plan­spiel zu dis­ku­tie­ren und zu ver­han­deln.

Die Schü­ler schlüpf­ten in die Rol­len von Mit­glie­dern des Euro­päi­schen Par­la­ments und Minister*innen im Rat der Euro­päi­schen Uni­on. Ihre Rol­len­be­schrei­bun­gen gaben ihnen eine Mei­nung zu den Asyl­ge­set­zen vor, nach wel­cher sie argu­men­tie­ren muss­ten.

Die Schü­ler wur­den in zwei Grup­pen auf­ge­teilt: Das Euro­päi­sche Par­la­ment, in wel­chem die Mit­glie­der in Frak­tio­nen zusam­men­ar­bei­te­ten und den Minis­ter­rat, in wel­chem die Innen­mi­nis­ter der EU-Mit­glieds­staa­ten dis­ku­tier­ten. Zwar muss­ten die Dis­kus­sio­nen  bestimm­ten Regeln fol­gen, den­noch hat­ten die Schü­ler gro­ßen Spaß, in stun­den­lan­gen hit­zi­gen rhe­to­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen über das gemein­sa­me euro­päi­sche Asyl­sys­tem zu berat­schla­gen.

 

Nach über 6 Stun­den poli­ti­schen Hin-und-Hers fie­len dann end­lich Ent­schei­dun­gen: „Die Unter­brin­gung [von Asylbewerber*innen] in Sam­mel­un­ter­künf­ten ist zeit­lich begrenzt. Fami­li­en wer­den bevor­zugt in Woh­nun­gen unter­ge­bracht. Die Ver­hält­nis­se in den Sam­mel­un­ter­künf­ten müs­sen ver­bes­ser­ten EU-Stan­dards ent­spre­chen. Ein­zel­per­so­nen wer­den so bald wie mög­lich in Woh­nun­gen unter­ge­bracht, wobei Fami­li­en Prio­ri­tät besit­zen. Zelt­la­ger und Con­tai­ner sind als Sam­mel­un­ter­künf­te aus­ge­schlos­sen. Der sozia­le Woh­nungs­bau wird geför­dert.“

Zur Pro­ble­ma­tik des Zugangs zum Arbeits­markt beschlos­sen die Schü­ler, dass die Arbeits­fä­hig­keit der Asyl­be­wer­ber immer geprüft wer­den muss. Ab 6 Mona­ten Auf­ent­halt bekom­men die Asyl­be­wer­ber Hil­fe vom Staat bei der Arbeits­su­che. Ab 6 Mona­ten Auf­ent­halt dür­fen die Asyl­be­wer­ber arbei­ten gehen, wenn die für den Beruf nöti­gen Sprach­kennt­nis­se vor­han­den sind. Ab 9 Mona­ten Auf­ent­halt wer­den alle Asyl­be­wer­ber für den Arbeits­markt zuge­las­sen.

 

So gin­gen zwei span­nen­de Pro­jekt­ta­ge zu Ende und die Schü­ler neh­men viel neu­es, nütz­li­ches Wis­sen und wich­ti­ge Erfah­run­gen mit.


Schreibe einen Kommentar