Worte verletzen uns, aber warum sagen wir sie dann?

Ich ver­ste­he nicht, wenn Men­schen sagen „Wir sind alle gleich” oder „Jeder Mensch ist anders”. Nichts kann eine Gemein­schaft beschrei­ben. Wir sind alle Men­schen, die leben, die füh­len, die lie­ben. Jeder hat unter­schied­li­che Inter­es­sen und Denk­wei­sen und die­se machen uns ein­zig­ar­tig, doch das macht uns nicht anders. Jeder Mensch ist ver­letz­lich.

Wor­te ver­let­zen uns, aber war­um sagen wir sie dann? Taten ver­letz­ten uns, aber war­um tun wir sie dann?

War­um akzep­tie­ren wir Men­schen nicht, wie sie sind? Wie beur­tei­len wir Men­schen, ohne sie zu ken­nen, ohne zu wis­sen, war­um sie so sind, wie es nach außen scheint. Man­che Men­schen ver­ste­cken sich hin­ter dem Schein, um sich zu schüt­zen. Sie haben Angst, ver­letzt zu wer­den. Er kann sich nicht so zei­gen, wie er wirk­lich ist, aber das ist doch das Beson­de­re an die­sen Men­schen. War­um haben wir ein Pro­blem damit? Es gibt immer Men­schen, die uns unsym­pa­thisch sind, mit denen wir nicht gut zurecht­kom­men. So muss es auch sein, aber wir ent­wi­ckeln Hass. Es darf nicht alles akzep­tiert wer­den, aber wir soll­ten mehr in uns gehen und uns selbst mal fra­gen, war­um? War­um ist der Jun­ge mit der schwar­zen Klei­dung so still? War­um hat das Mäd­chen stän­dig Pflas­ter am Arm und trägt im Som­mer eine lan­ge Jacke? War­um sitzt der Mann am Stra­ßen­rand und weint? Mit klei­nen lie­be­vol­len Wor­ten oder Ges­ten kön­nen wir Men­schen glück­lich machen. Wir soll­ten weni­ger urtei­len und mit offe­nen Augen durch die Welt gehen. Wir sind eine Gemein­schaft, denn ohne ande­re Men­schen kön­nen wir nicht leben.

 

Mar­le­en Tur­tel­tau­be

 

Bild: Pixabay.com.

 

Der Bei­trag ist anläss­lich des 90. Geburts­ta­ges der Fors­ter „Jahn­schu­le“ im Rah­men der Pro­jekt­wo­che am Gym­na­si­um ent­stan­den.